Galicien Geheimtipps: Ferrol, A Coruña und die wilde Nordküste entdecken

Entdecke Ferrols Street Art, A Coruñas Herkulesturm und einsame Traumstrände - Ein authentischer Reisebericht aus Nordspanien

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Praia Ponzos in Galicien, Nordspanien
Natur pur an der Praia Ponzos - ©KHLLIFESTYLE
 

Galicien-Reiseführer: Geheimtipps für Ferrol, A Coruña und die wilde Nordküste

Nach drei herrlichen Tagen in Santiago de Compostela, dem Ziel des berühmten Jakobswegs (Camino de Santiago), setze ich meine Nordspanien-Reise Richtung über die Autobahn (Mautgebühren!) in Richtung Norden fort. I

Kathedrale in Santiago de Compostela, Spanien
Schöne Erinnerungen an Santiago de Compostela - ©KHLLIFESTYLE (Xaime Cortizo)
 

In gut einer Stunde bin ich im Hafenstädtchen Ferrol (ca. 64.000 Einwohner), wo der Parador für drei Tage mein Zuhause sein wird. Der Charme von Ferrol mit seinen Marinegebäuden erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Schnell den Leihwagen vor dem Hotel geparkt (kostenlos), eine Kleinigkeit gegessen, ausgepackt. Mit dem freundlichen Rezeptionisten bespreche ich mein Programm für die nächsten Tage und mache mich zunächst auf ins Canido-Viertel. Es geht auf und ab in diesem Viertel, das nicht gerade durch Schönheit besticht. Dem einheimischen Künstler Eduardo Hermida gelang es vor einigen Jahren, den Verfall des Marinehafens aufzuhalten.  

Parador de Ferrol in Galicien, Spanien
Ankunft im Parador de Ferrol - ©KHLLIFESTYLE
 
Parador de Ferrol in Galicien, Nordspanien
Lieblingsplatz im Parador de Ferrol - ©KHLLIFESTYLE
 

Ferrol entdecken - Straßenkunst und Banksy-Mysterium

Hermida holte die Kunst auf die Straße, indem er – ganz nach dem Vorbild des berühmten Gemädes von Velázquez aus dem 17. Jahrhundert – eine sogenannte „Menina“ (Hoffräulein) auf eine Fassade malte. Heute gibt es 300 solcher Meninas entlang der Häuser im Canido-Viertel, das so langsam zu einem Künstlerviertel entwickelt und sich dem Verfall entgegenstellt. Das weltberühmte Original befindet sich im Prado in Madrid. 

Menina in Ferrol, Galicien
Eine Menina als Skulptur - ©KHLLIFESTYLE
 
Street Art in Ferrol in Galicien, Spanien
Wie cool ist denn diese Street Art? - ©KHLLIFESTYLE
 
Street Art in Ferrol in Galicien, Spanien
Eigenwillige Interpretation einer "Menina" - ©KHLLIFESTYLE
 

Vor Jahren machte das Gerücht die Runde, dass der weltberühmte, geheimnisvolle britische Straßenkünstler Banksy sich mit einem Graffiti in Ferrol verewigt habe. Ein lokaler Kunstprofessor hat das jedoch stark angezweifelt, und von Banksy gibt es – wie immer – keine Reaktion. Wie dem auch sei, ich habe mir das unscheinbare Haus im Canido-Viertel angeschaut, auf dem ein Graffiti mit dem Text „Reserviert für Banksy“ zu sehen ist. Ein guter Marketing-Trick ist das Ganze allemal - und vielleicht taucht der mysteriöse Künstler ja doch noch mal in Ferrol auf.

Banksy in Ferrol, Galicien
Platz wäre da für ein Werk von Banksy - ©KHLLIFESTYLE
 

Die schönsten Ecken in Ferrol

Vom Canido-Viertel ist es nicht weit zum weitaus schöneren Barrio Magdalena mit herrlichen Fassaden und zahlreichen Restaurants. Möwengeschrei erinnert immer wieder daran, dass Ferrol an einer sogenannten Ria, einer fjordartigen Meeresbucht, liegt. Ansonsten ist der kleine Hafen mit einigen Cafés und Tavernen noch sehenswert, alles ist bequem zu Fuß erreichbar. 

Barrio Magdalena in Ferrol, Galicien
Typisch für Galicien - die verglasten Holzbalkone - ©KHLLIFESTYLE
 
Ferrol in Galicien, Spanien
Lieblingsecke in Ferrol - ©KHLLIFESTYLE
 
Hafen von Ferrol in Galicien, Spanien
Im Hafen von Ferrol - ©KHLLIFESTYLE
 

Übernachten in Ferrol

Ich habe drei Nächte im charmanten Parador mit Blick über die Hafenanlagen verbracht, aus meiner Sicht das beste Hotel in Ferrol.  Der maritime Charme diese mit drei Sternen dekorierten Traditionshotels im Stil eines galizischen Herrenhauses hat mir gut gefallen.

Parador de Ferrol in Galicien, Spanien
Elegant, der Parador de Ferrol - ©KHLLIFESTYLE
 

Unter dicken Teppichen knarzte der Holzfußboden, überall ziehen nautische Elemente wie eine historische Schiffslaterne die Aufmerksamkeit auf sich. Gefrühstückt wird in einem herrlichen Restaurant mit Panoramablick, das Buffet lässt – wie in den Paradores – kaum einen Wunsch übrig.

Parador de Ferrol in Galicien, Spanien
Charmanter Raum im Parador de Ferrol - ©KHLLIFESTYLE
 
Parador de Ferrol in Galicien, Spanien
Maritimes Ambiente im Parador de Ferrol - ©KHLLIFESTYLE
 

Der klobige Zimmerschlüssel entspricht dem „Old-School“-Charme des Hotels. Ich genieße die schöne Aussicht und freue mich über die Maruxas auf meinem Zimmer - köstliche hausgemachte Bio-Kekse mit nur drei Zutaten (Mehl, Sahne, Rohrzucker). Am letzten Abend bekomme ich sogar noch ein Ständchen von Marinesoldaten in der gegenüber liegenden alten „Capitana Maritima“ geboten. Das attraktive weiße Gebäude ist Sitz einer Einheit der „Infanteria de Marina Española“ mit dem Ziel, Personen und Einrichtungen der Armada zu schützen. 

Hier ist ein kurzer Clip zu besagtem Ständchen. 

Eine komplette Übersicht der Unterkünfte in Ferrol findest Du auf der Seite von Visit Ferrol.

Schlemmen in Ferrol 

Das Restaurant im Parador de Ferrol, spezialisiert auf galicische Küche und Meeresfrüchte, gilt als eines der besten der Stadt.

Restaurant im Parador de Ferrol in Galicien, Spanien
Eleganz im Restaurant des Paradors - ©Parador de Ferrol
 
Restaurant im Parador de Ferrol in Galicien, Spanien
Köstlich, die Tarta de Ferrol - ©Parador de Ferrol
 

Das coole, instagram-taugliche Restaurant Zahara mitten im Zentrum ist auf Tortillas, das spanische Kartoffel-Omelette, spezialisiert. Die Terrasse ist gleichermaßen Treffpunkt für Einheimische und Touristen, die in der kleinen, zum Restaurant gehörenden Pension wohnen.

Restaurant Zahara in Ferrol in Galicien, Spanien
Buntes Interieur im Zahara - ©KHLLIFESTYLE
 

Gut gefallen hat mir das An Strato im Barrio Magdalena, das auch für Vegetarier geeignet ist. Schickes Interieur und eine vor allem bei jungen Leuten beliebte, große Terrasse.

Am letzten Tag habe ich mir noch einen Café sólo mit einem köstlichen Stück Kuchen in der Heladeria Alexandra mit Blick auf den Hafen gegönnt. Da hätte ich stundenlang sitzen können, wenn ich nicht weiter gemusst hätte.

Heladeria Alexandra in Ferrol, Spanien
Kaffee und Kuchen mit Aussicht - ©KHLLIFESTYLE
 

Zahlreiche Restaurant-Tipps findest Du auf der Seite von Visit Ferrol. 

Die Umgebung von Ferrol

Cabo Prior und ein Traumstrand an der spanischen Atlantikküste

Ferrol verfügt über zahlreiche Strände, die Du in zehn bis 30 Minuten Fahrzeit erreichst. 14 km außerhalb des Zentrums befindet sich das Cabo Prior mit dem Leuchtturm auf einem 107 m hohen Hügel. Ich kann es kaum glauben – ich bin hier der einzige Besucher, mein Leihwagen steht einsam und verlassen auf einem kleinen Parkplatz. Ganz klar – das ist das Gegenteil vom vielzitierten „Overtourism“! Ich kraxele auf den Pfaden vorbei an verlassenen kleinen Häusern, um die beste Aussicht auf die atemberaubende Umgebung zu haben.

Leuchtturm in Cabo Prior in Galicien, Spanien
Etwas verlassen, der alte Leuchtturm - ©KHLLIFESTYLE
 
Cabo Prior in Galicien, Nordspanien
... und mein Leihwagen steht auch ganz verlassen da... - ©KHLLIFESTYLE
 
Cabo Prior in Galicien, Nordspanien
Weitblick am Cabo Prior - ©KHLLIFESTYLE
 

Von Weitem blicke ich auf die Playa Ponzos (die galicischen Straßenschilder nennen die Strände „praias“), die ich nach wenigen Fahrminuten erreiche. Die Schönheit dieses riesigen, von grünen Hügeln umgebenen Sandstrandes verschlägt mir beinahe die Sprache. Hier findest Du keine Liegen, Sonnenschirme oder Snackbars, alles ist naturbelassen und vor allem ein Paradies für eine Handvoll Surfer, die mich mit einem freundlichen „Hola“ grüßen. Ich setze mich auf einen Felsen und genieße einfach nur Natur, Luft und das Rauschen der wilden Wellen. Der perfekte Ort zum Meditieren!

Ponzos-Strand in Galicien, Spanien
Surfer-Paradies Praia Ponzos - ©KHLLIFESTYLE
 
Praia Ponzos in Galicien, Nordspanien
Hier will ich bleiben! - ©KHLLIFESTYLE
 

A Coruña (spanisch La Coruña): Herkulesturm und Stadtstrand

Ich kann mich kaum von diesem Traumstrand lösen, aber heute steht noch die Stadt A Coruña auf meinem Programm. In gut einer Stunde erreiche ich die Metropole, die ich beinahe nicht auf meine Liste gesetzt hätte. Das wäre, wie sich herausstellen sollte, ein großer Fehler gewesen. Die Landstraßen sind gut ausgebaut, und das letzte Stück wird wieder auf der Autobahn (Mautgebühr!) zurückgelegt. 

Strandpromenade in A Coruña in Galicien, Spanien
Strandpromenade in A Coruña - ©KHLLIFESTYLE
 

Der Herkulesturm – Wahrzeichen von A Coruña

Auf den ersten Blick wirkt A Coruña mit den gesichtslosen Hochhäusern nicht gerade einladend. Das ändert sich schlagartig, wenn man das auf einer Halbinsel gelegene Zentrum erreicht. Mich führt der Weg zunächst zum etwas außerhalb des Zentrums liegenden Herkulesturm, einer der weltweit ältesten Leuchttürme und seit 2009 UNESCO-Weltkulturerbe. Mir ist schon klar, dass ich in einem halben Tag nicht alle Sehenswürdigkeiten besuchen kann, aber diese 59 m hohe, von den Römern in ihrer ersten Form im 1. Jahrhundert erbaute Landmarke, ist natürlich Pflichtprogramm. In seiner heutigen Form stammt das Wahrzeichen A Coruñas aus dem Jahr 1788, das Leuchtfeuer wurde 1804 installiert.

Herkulesturm in A Coruña in Galicien, Nordspanien
Malerische Aussichten am Herkulesturm - ©Turismo de A Coruña
 
Herkulesturm in A Coruña in Galicien, Nordspanien
Der Herkulesturm - Wahrzeichen von A Coruña - ©KHLLIFESTYLE
 

Problemlos finde ich einen kostenfreien Parkplatz und besorge mir für 3,09 EUR (wer hat sich diesen krummen Betrag ausgedacht?) das Eintrittsticket. Bis zum Einlass (es werden halbstündlich nur 20 Besucher zugelassen) gehe ich auf noch etwas auf dem Areal spazieren, bevor es ins Innere des Turms geht. Das Erdgeschoss auf drei Ebenen stammt aus der Zeit der Römer, und ich muss mich auf dem Weg zur Treppe aufgrund der niedrigen Decke ducken. Vermutlich dienten diese Kammern seinerzeit als Lager und als Zufluchtsort. Wie dem auch sei – ich bin froh, als ich die 242 Stufen der steinernen Wendeltreppe erreiche. Meine noch nicht ganz auskurierte Fußverletzung vergesse ich einfach und mache mich auf den Weg nach oben, vorbei an keuchenden Touristen, die ein Päuschen einlegen. Die Belohnung auf der Turmspitze ist ein grandioser 360Grad-Blick über A Coruña und das die Stadt umgebende Meer – atemberaubend!

Blick vom Herkulesturm in A Coruña in Galicien, Nordspanien
Was für ein Blick vom Herkulesturm - ©KHLLIFESTYLE
 

Mit dem Leihwagen geht es ins Zentrum der ca. 245.000 Einwohner zählenden Provinzhauptstadt. Ich bin froh, einen Parkplatz gefunden zu haben und mache mich zunächst auf zum Paseo am Hafen. An den schneeweißen, bis zu acht Stockwerken hohen Häusern mit den für Galicien so typischen, verglasten Holzbalkonen kann ich mich wieder einmal nicht sattsehen. 

Prachtvolle Architektur in A Coruña in Galicien, Spanien
Grandezza in A Coruña - ©KHLLIFESTYLE
 

Interessant: A Coruña trägt den Beinamen „Stadt aus Glas“, der auf die funkelnden Galerien im Licht der Sonne zurückzuführen ist. 

Ein Strand (fast) mitten in der Stadt

Nach einem Snack in einem Straßencafé zieht es mich auf die andere Seite der Landzunge zum Stadtstrand. Hier sind die Häuser nicht so schön wie am Hafen, dafür eignet sich die lange Promenade wunderbar für ruhige Spaziergänge am Meer. Die breite Sandbucht ist beeindruckend – ich ärgere mich ein bisschen, dass ich keine Badesachen dabeihabe. Hier und da räkeln sich Menschen am gepflegten Strand, alte Männer halten ein Schwätzchen auf einer der vielen Bänke und Jogger tun etwas für ihre Fitness. Was für eine herrlich entspannte Atmosphäre! A Coruña ist eine ideale Kombination aus Großstadt und Badedestination, die Bucht erinnert mich etwas an Las Palmas de Gran Canaria. Kleinere Strände findest Du direkt am Herkulesturm.

Strand von A Coruña in Galicien, Spanien
Strandfreuden in A Coruña - ©KHLLIFESTYLE
 
Strand in A Coruña in Galicien, Nordspanien
Stadt und Strand - ©KHLLIFESTYLE
 

Historisches in A Coruña

A Coruña verfügt über eine kleine Altstadt (Cidade Vella) mit hübschen Plätzen, Stadtpalästen sowie kleinen Kirchen und Klöstern. Hier geht es im Gegensatz zur quirligen Innenstadt ruhig und beschaulich zu. Im Süden der Altstadt kannst Du von einer kleinen Parkanlage einen schönen Blick auf den Hafen genießen. Herzstück ist die Praza de Maria Pita, benannt nach einer lokalen Heldin, die die Stadt gegen die von Sir Francis Drake angeführte Invasion im Jahr 1589 verteidigte. Prunkstück des Platzes ist das Rathaus (Palacio Municipal). In den Seitenstraßen des Platzes findest Du zahlreiche Cafés und Restaurants ... perfekt zum Chillen nach den vielen Besichtigungen. 

Altstadt in A Coruña in Galicien, Nordspanien
Viel Lokalkolorit in der Altstadt von A Coruña - ©Turismo de A Coruña
 
Praza Maria de Pita in A Coruña in Galicien, Nordspanien
Praza de Maria Pita mit dem prachtvollen Rathausgebäude - ©Turismo de A Coruña
 

Auf zur wilden Nordküste von Galicien

Nach soviel Stadt ist am nächsten Tag wieder Natur pur angesagt. Auf meinem Programm steht die spektakuläre Nordküste Galiciens. Die Atlantikküste Spaniens zeigt sich hier von ihrer wildesten Seite. In gut 45 Fahrminuten ab Ferrol  erreiche ich das Wallfahrtsörtchen San Andrés de Teixido. Hier treffe ich – nach der Torre de Hercules – zum ersten Mal auf Reisebusse und eine überschaubare Schar von Touristen. An Souvenirständen werden lokale Produkte angeboten, ein paar Tavernen laden in dem winzigen Dorf zum Verweilen ein. Das kleine Kirchlein ist Ziel vieler Pilger und bietet mit seiner Lage an der Steilküste der Sierra da A Capelada
grandiose Fotomotive.

Wallfahrtsort San Andrés de Teixido in Galicien, Spanien
Kirche mit Aussicht - ©KHLLIFESTYLE
 
Wallfahrtsort San Andrés de Teixido in Galicien, Spanien
Wieder so eine Wahnsinns-Aussicht! - ©KHLLIFESTYLE
 
Blick auf San Andrés de Teixido in Galicien, Spanien
Blick auf San Andrés de Teixido - ©KHLLIFESTYLE
 

Pause im malerischen Cedeira

Ich beschließe, im Städtchen Cedeira eine Mittagspause einzulegen und lege unterwegs noch einen lohnenswerten Stopp am Aussichtspunkt Chao do Monte ein. Über Felsen geht es auf ein Plateau mit einer atemberaubenden Aussicht auf das Meer und San Andrés de Teixido. Ich kann mir ein Selfie nicht verkneifen, obwohl ich das eigentlich nicht so sehr mag. Über eine gut ausgebaute Landstraße geht es dann durch herrliche Natur nach Cedeira, das trotz seiner nur 4.500 Einwohner schon ein bisschen Kleinstadtcharakter hat. 

Chao do Monte in Galicien, Spanien
Selfie am Chao do Monte - ©KHLLIFESTYLE
 

Das weiße Städtchen schmiegt sich malerisch entlang der Ría de Cedeira an den südlichen Abhängen der Sierra da A Capelada. Diese gebirgige Halbinsel an den Rías Altas hat die höchsten Steilküsten Europas, auf deren Hochebene wilde Pferde leben.

Küste bei Cedeira in Galicien, Spanien
Blick auf einen der Strände in Cedeira - ©KHLLIFESTYLE
 

An der Promenade des fast ausgetrockneten Flusses Condominas gibt es einige hübsche Tavernen mit Terrassen, gleich dahinter liegt die sehenswerte kleine Altstadt mit dem Glockenturm der Kirche Nosa Señora do Mar aus dem 16. Jahrhundert. Weiter südlich befinden sich einige bei Spaniern sehr beliebte Sandstrände wie z. B. die Praia da Madalena.

Cedeira in Galicien, Spanien
Promenade in Cedeira - ©KHLLIFESTYLE
 
Cedeira in Galicien, Nordspanien
In der Altstadt von Cedeira - ©KHLLIFESTYLE
 

Noch mehr Aussichtspunkte

Ein Schild mit der Aufschrift „Miradoiro de Punta Candleira“ macht mich neugierig. Nach kurzer Fahrt durch eine Art Märchenwald erreiche ich einen hübschen kleinen Leuchtturm am Ende der Straße mit Ausblick auf das die hohen Felsen umtosende Meer. Mein Smartphone muss so langsam von den vielen Fotos platzen! Auch hier bin ich wieder ganz allein, der Leuchtturm ist unbewohnt.

Miradoiro Punta Cadleiro in Galicien, Nordspanien
Am Leuchtturm geht es nicht weiter - ©KHLLIFESTYLE
 

Auf dem Rückweg lege ich noch einen Stopp am Miradoiro de Santo Anton de Corveiro mit seinem Kirchlein und Blick auf die Strände von Cedeira ein. Welcher Ausblick war heute der schönste? Ich kann es beim besten Willen nicht sagen. Galicien begeistert mich mit seinen wilden Küsten und dem tiefblauen Meer. 

Miradoiro bei Cedeira in Galicien, Spanien
Tief durchatmen und die Aussicht genießen - ©KHLLIFESTYLE
 
Aussichtspunkt bei Cedeira in Galicien, Spanien
Felsen, Meer und sonst nichts... - ©KHLLIFESTYLE
 

Hätte ich noch mehr Zeit, würde ich die wegen ihrer vor allem im Winter gefährlichen Abschnitte „Costa da Morte“ genannte Küste des Todes noch bis zur Praia das Catedrais (Strand der Kathedralen) mit ihren gigantischen Peilern und Meereshöhlen fahren, um durch Sandkorridore zu wandeln. Leider ist das heute zu weit, und am nächsten Tag geht es bereits zurück nach Madrid. So nehme ich mir fest vor, Galicien noch einmal zu bereisen. Mal schauen, wann ich es schaffe. 

Küste in Galicien, Spanien
Wilde galicische Küste - ©KHLLIFESTYLE
 

Wie kommst Du nach Galicien?

Die schnellste Art nach Galicien zu kommen, ist mit dem Flugzeug einen der drei internationalen Flughäfen anzufliegen: Lavacolla in Santiago de Compostela; Alvedro in Coruña und Peinador in Vigo. Von hier erreichst Du problemlos jedes touristische Reiseziel.

Ich habe Galicien wie erwähnt mit einem Aufenthalt in Madrid verbunden. Der Hochgeschwindigkeitszug AVE habe mit in gut drei Stunden von der spanischen Hauptstadt nach Santiago de Compostela gebracht – angenehm und problemlos. Auch innerhalb Galiciens bietet das Eisenbahnnetz gute Verbindungen zwischen den verschiedenen Orten.

Hochgeschwindigkeitszug in Santiago de Compostela, Galicien
Der AVE-Zug im Bahnhof von Santiago de Compostela - ©KHLLIFESTYLE
 

Reisen mit dem Leihwagen

Für deine Nordspanien-Reise empfehle allerdings einen Leihwagen. Mit der Online-Vermietung Habi Cars in Santiago de Compostela habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Das Fahrzeug wird zu deinem Hotel gebracht, Du kannst es z. B. am Bahnhof von Santiago wieder abgeben. Sehr freundlicher und schneller Service und tadelloser Zustand der Fahrzeuge machen Habi Cars u einer ersten Wahl. Die Straßen und Autobahnen in Galicien sind in der Regel gut ausgebaut und angenehm zu fahren.

Leuchtturm an der Punta Cadleiro in Galicien, Nordspanien
Mein schicker Begleiter am Leuchtturm von Punta Cadleiro - ©KHLLIFESTYLE
 

GASTRONOMIE IN SANTIAGO DE COMPOSTELA: GALICISCHE SPEZIALITÄTEN

Galicien ist bekannt für seine Meeresfrüchte wie Muscheln, Garnelen und Krabben. Der „Pulpo a la Gallega", ein Gericht aus gekochtem Tintenfisch, ist eine lokale Spezialität.
Ich bevorzuge die „Pimientos de Padrón", kleine grüne, mit Salz gebratene Paprikaschoten. Die berühmte „Tarta de Santiago", ein köstlicher Mandelkuchen mit meist nur drei Zutaten, solltest Du unbedingt probieren. Einige der lokalen Weine sind preisgekrönt. International bekannt ist das dunkle Lagerbier Estrella Galicia. 

Markt in Santiago de Compostela in Galicien, Spanien
Viel Meeresgetier - ©KHLLIFESTYLE
 

Wie ist das Wetter in Galicien?

Galicien ist mit einer durchschnittlichen Tageshöchsttemperatur von 19 Grad eine der kühleren Regionen in Spanien. Die beste Reisezeit ist aufgrund der wärmeren Temperaturen von Juni bis August. Touristisch weniger attraktiv sind dagegen die kalten Monate von November bis März, in denen es auch öfter regnet (daher auch die üppige Vegetation).  Die Nähe zum Atlantik sorgt für eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit und führt dazu, dass die Temperaturen selten extreme Werte erreichen. Sommer sind im Allgemeinen angenehm warm, ohne dass es zu übermäßiger Hitze kommt.

Ferrol in Galicien, Nordspanien
Im Hafen von Ferrol ©KHLLIFESTYLE
 

SPRACHEN IN GALICIEN: GALICISCH UND SPANISCH 

Im Nordwesten Spaniens sprechen ca. drei Millionen Menschen Galicisch, neben Spanisch. Galicisch ähnelt dem Portugiesischen. Während meines Aufenthaltes habe ich mehr Spanisch als Galicisch gehört, was natürlich auch an den vielen spanischen Touristen liegen kann.

Mein Fazit zu Galicien

•    Interessante Mischung aus historischen Städten und grandioser Natur
•    Sehr angenehmes Klima
•    Kaum überlaufen, auch nicht in der Hochsaison
•    Spanien mal ganz anders
•    Ideal zum Abschalten

Noch eine Randbemerkung: Während die deutsche Bundestagspräsidentin im „Pride“-Monat Juni das Hissen der Regenbogen-Flagge in Berlin untersagt, entdecke ich sie in Galicien in jedem Ort. Spanien ist eben ein angenehm tolerantes Land. An Galicien gefällt mir außerdem, dass es hier keine Stierkämpfe gibt.

Regenbogenflagge in Galicien, Spanien
Hier darf sie wehen, die Regenbogenflagge - ©KHLLIFESTYLE
 

Buchtipp: Dumont - Galicien und Jakobsweg

Dumont-Reiseführer Galicien

*Meine Reise wurde von Turespaña und den Paradores unterstützt. Dies hat meine Bewertungen jedoch in keiner Weise beeinflusst.*

Du interessierst Dich auch für andere spanische Städte? Dann schau mal auf meine Artikel über Cádiz, Granada, Málaga und Sevilla

Falls Du spektakuläre spanische Strände suchst, empfehle ich die Kanareninsel Fuerteventura

Cádiz in Andalusien, Spanien
Wie wäre es mit ein paar Tagen in Cádiz? - ©KHLLIFESTYLE