Santiago de Compostela: Dein ultimativer Guide für die Pilgerstadt in Galicien
Entdecke die UNESCO-Welterbestadt abseits des Jakobswegs - mit praktischen Tipps zu Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten
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Die Anreise nach Santiago de Compostela: Mit dem AVE durch Spanien
Nach ein paar Tagen in Madrid geht es für mich mit dem Zug Richtung Nordwesten nach Santiago de Compostela. Nach den vielen Aufenthalten in Spanien ist dies meine erste „richtige Zugreise" – und ich bin begeistert.
Am Bahnhof Madrid Chamartin ist alles bestens organisiert, es geht pünktlich los, und der Hochgeschwindigkeitszug AVE ist äußerst komfortabel. Mit bis zu 300 km/h geht es durch malerische Landschaften und etliche Tunnel in drei Stunden nach Santiago de Compostela in Galicien.

Erste Eindrücke: Eine Stadt zwischen Tradition und Moderne
Mit ihren ca. 100.000 Einwohnern ist Santiago de Compostela eher ein Städtchen, so bin ich mit dem Taxi in wenigen Minuten in meinem Hotel Meliá Santiago Plaza. Auspacken, frisch machen, eine Kleinigkeit essen und dann ab in die perfekt erhaltene Altstadt, die gut 20 Gehminuten entfernt liegt.
Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich nicht eines der vielen kleinen Boutiquehotels im historischen Zentrum Santiagos gebucht habe, aber egal. Es geht ziemlich steil bergauf in die Altstadt, von Weitem ist schon die berühmte Kathedrale sichtbar.

Der Parador: Luxus mit Geschichte
An diesem Sonntag Ende Juni ist das autofreie historische Zentrum betriebsam, aber nicht überlaufen. Zeit für einen kleinen Koffeinschub, den ich mir auf der Terrasse des altehrwürdigen Cafés Casino unweit der Kathedrale gönne.
Um 18 Uhr habe ich einen Besichtigungstermin im geschichtsträchtigen Parador, dem mit fünf Sternen dekorierten Hostal de los Reis Catolicos – vermutlich die beste Unterkunft in Santiago de Compostela. Der eindrucksvolle Parador befindet sich auf der Praza do Obradoiro und bildet zusammen mit der Kathedrale und dem historischen Rathaus eine wunderbare Kulisse.

Das luxuriöse Hotel ist eines der ältesten in ganz Spanien und war ursprünglich ein Hospital. Auf dem großen Areal befinden sich vier Kreuzgänge, großzügig angelegte Gärten und ein Museum. Die Räume sind geprägt von historischer Eleganz, sehenswert sind vor allem die beiden Suiten.



„Es kommen einige Pilger in unser Hotel, die sich nach dem anstrengenden Jakobsweg etwas Luxus gönnen möchten," erzählt Ana Lago Garcia, die Stellvertretende Hoteldirektorin. Die Aussichten auf den riesigen Platz Obradoiro sind atemberaubend. Du solltest dir den Parador unbedingt anschauen und einen Drink im Innenhof genießen.

Santiago de Compostela: UNESCO-Weltkulturerbe und Pilgerziel
Die Universitätsstadt Santiago de Compostela wurde bereits im 9. Jahrhundert gegründet und 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Mit ihrer bereits 1211 fertiggestellten Kathedrale gilt die Stadt als eines der wichtigsten Pilgerzentren der Christenheit. Ihre 1495 gegründete Universität ist eine der ältesten in ganz Spanien.

Santiago de Compostela ist der Endpunkt mehrerer Routen des Jakobsweges (Camino de Santiago), von denen der in den Pyrenäen beginnende Camino Francés der bekannteste ist. Über 300.000 Menschen pilgern jährlich nach Santiago de Compostela (benannt nach dem Apostel Jakobus). Der Pilgerweg wurde 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt – damals waren es nicht einmal 100 Pilger, die sich auf den beschwerlichen Weg machten.
Die Pilger erhalten am Ende ihrer Reise die sogenannte „Compostela", eine vielbegehrte Urkunde. Auf der Praza do Obradoiro beobachte ich all die Menschen, die die Strapazen des Jakobswegs auf sich genommen haben und jetzt in Santiago de Compostela ausgelassen feiern und ihre Blasen an den Füßen behandeln. Ganz ehrlich – das wäre nichts für mich, aber jedem das Seine.

Die Top-Sehenswürdigkeiten in Santiago de Compostela
Mercado de Abastos: Galiciens kulinarische Vielfalt
Die nach der Kathedrale beliebteste Sehenswürdigkeit Santiagos ist die Markthalle Mercado de Abastos, nur wenige Gehminuten vom imposanten Gotteshaus entfernt. Hier werden galicische Spezialitäten in Hülle und Fülle angeboten – so die grünen Paprikaschoten, junge Cachelos-Kartoffeln (werden mit Schale gegessen) und natürlich viel Meeresgetier.
Praktische Info: Der Markt hat von Montag bis Samstag von 8 bis 14 Uhr geöffnet.

Durch die Gassen der Altstadt: Instagram-Spots und Musik
Nach dem Marktbesuch verliere ich mich wieder in den vielen Gassen, genieße Tapas auf einer Terrasse und lasse mich in einer der kleinsten Gassen fotografieren – der nur 90 cm breiten Ruela de Entrerruas. Mal schauen, wie viele „Likes" die Aufnahme auf Instagram bekommen wird.
Kurios: Die Rua Oliveira ist mit nur 70 cm Breite sogar noch schmaler.

Hier und da erklingt Dudelsackmusik (Flamenco sucht man in Santiago de Compostela vergebens), ein Relikt des keltischen Erbes in Nordspanien. Gepaart mit spanischer Lebensfreude und dem Leben auf der Straße ergibt sich eine ganz bizarre Mischung – interessant! Santiago de Compostela verfügt über eine sehr lebendige Musikszene, die von traditioneller galicischer Musik bis hin zu modernen Klängen reicht.

Kloster San Martín Pinario: Barocke Pracht
Das nach der Kathedrale zweitgrößte religiöse Bauwerk Santiagos ist das imposante Kloster San Martín Pinario aus dem 17. Jahrhundert, nur wenige Meter von der Praza do Obradoiro entfernt. Seine Hauptfassade, wie der größte Teil des Gebäudes im Barockstil gehalten, ist etwa 100 Meter lang. Mit dem hübschen Garten vor dem imposanten Gebäude ist das Kloster ein tolles Fotomotiv.


Die schönsten Plätze: Praza das Praterias und Praza da Quintana
Vom Südportal der Kathedrale geht es zu einer breiten, bei Touristen sehr beliebten Treppe mit bester Aussicht auf die Praza das Praterias. Im Schatten des 72 m hohen Uhrenturms der Kathedrale speien vier Pferdeköpfe Wasser in einen Brunnen.

Die anschließende, weite Praza da Quintana ist ein bei Studenten beliebter Treffpunkt. Von hier führt eine breite Treppe zur Casa da Parra, einem verspielten Barockgebäude mit steinernen Weintrauben an den Fassaden
Die Kathedrale von Santiago: Herzstück des Pilgerwegs
Obwohl ich kein Liebhaber des Prunks und Protzes in den katholischen Kirchen bin, muss ich natürlich noch unbedingt in die Kathedrale von Santiago de Compostela.
Praktische Info: Öffnungszeiten: täglich von 7 bis 21 Uhr, Eintritt ist frei, Fotos mit Blitzlicht und Stativ sind untersagt.

Fromme Menschen können auf einem Altar eine Skulptur des als Pilger gekleideten Jakobus umarmen, was ich mir allerdings verkneife. Seine bei Besuchern sehr beliebte Grabstätte befindet sich in der sehenswerten Krypta.
Sehenswert ist ansonsten noch das „Botafumeiro", ein riesiges, 53 kg schweres Weihrauchfass, das mit 68 km/h schwingt. Ehrlich gesagt erschlägt mich all der heilige Pomp ein bisschen, so dass ich schnell wieder an die frische Luft möchte.

Zusätzliche Info: In der historischen Altstadt Santiagos gibt es übrigens 20 Kirchen!

Kuriose Traditionen rund um die Kathedrale
• Die Legende besagt, dass Du drei Wünsche frei hast, wenn Du die Kathedrale zum ersten Mal siehst
• Pilger klopfen traditionell dreimal an das Tor der Kathedrale, um ihre Ankunft zu verkünden
Grüne Oasen: Parks und Natur in Santiago de Compostela
Santiago de Compostela besticht nicht nur durch Kultur, Historie und Gastronomie, sondern auch durch die vielen Parks und bewaldeten Hügel, die die Metropole umgeben.
Alameda-Park: Der grüne Liebling der Einheimischen
Der im 19. Jahrhundert angelegte Alameda-Park mit seinen vielen Skulpturen ist der größte und schönste Park der Stadt und bei Einheimischen äußerst beliebt. Vom Paseo da Ferradura hast du an einem gigantischen, 42 m hohen Eukalyptusbaum eine der schönsten Aussichten auf Altstadt und Kathedrale.

Instagram ruft! Das riesige Gewächs wird auch „Baum der Verliebten" genannt, die hier auf einer Bank Romantik pur genießen können. Interessant sind die Granitbänke mit kunstvollen, gusseisernen Rückenlehnen – perfekt zum Verweilen und Genießen der Natur inmitten der Stadt.


Weitere Parks: Bonaval und Belvis
Ebenfalls zu Fuß vom historischen Zentrum erreichbar sind:
• Parque Bonaval mit wunderbaren Aussichten über die Dächer der Stadt
• Parque Belvis mit einem interessanten Labyrinth aus Hecken
Gerne hätte ich mir das Museo do Pobo Galego (mit Alltagsgegenständen aus der Geschichte Galiciens) am Bonaval-Park angeschaut – vor allem wegen der markanten Wendeltreppe, die ein beliebtes Instagram-Motiv ist. Das Museum hat allerdings montags geschlossen, und am nächsten Tag blieb keine Zeit mehr für einen Besuch.

Moderne Architektur: Ciudad de la Cultura
Vor meiner Weiterreise wollte ich mir – sozusagen als Kontrast zu all den historischen Sehenswürdigkeiten – unbedingt noch die Ciudad de la Cultura etwas außerhalb vom Zentrum Santiagos anschauen. Auf dem Gipfel des Monte Gaias gelegen, besticht der Komplex durch futuristisch anmutende Gebäude mit einem Museum, einer Bibliothek, Forschungsräumen und Sport- und Wandereinrichtungen. Sehenswert ist das puristische Restaurant in der Bibliothek mit einer ausgefallenen Holzdekoration – Hingucker und ein super Instagram-Motiv.


Anreise nach Santiago de Compostela: Alle Optionen
Mit dem Zug
Ich bin wie erwähnt bequem mit dem Hochgeschwindigkeitszug AVE von Madrid angereist und habe den Besuch zweier sehr unterschiedlicher Städte miteinander kombiniert.
Mit dem Flugzeug
Santiago de Compostela verfügt über einen Flughafen, ca. 13 km außerhalb der Stadt gelegen. Eurowings und Lufthansa fliegen die Stadt ab Deutschland an. Mit dem Busunternehmen Freire kommst Du für 2 EUR (Stand Juli 2025) sehr preiswert ins Zentrum.
Fortbewegung vor Ort
Alle von mir genannten Sehenswürdigkeiten in Santiago de Compostela – bis auf die Ciudad de la Cultura – kannst Du problemlos zu Fuß erkunden.

Übernachten in Santiago de Compostela: Meine Hotel-Tipps
Ich habe zwei Nächte im angenehmen, modernen Meliá Santiago Plaza verbracht. Es gibt jedoch zahlreiche kleine Hotels, die günstiger zu den Sehenswürdigkeiten liegen, so z. B. das charmante Hotel Montes in der Altstadt.
Praktischer Tipp: Schau am besten auf die Seite von Turismo Santiago de Compostela:
Luxus-Tipp: Wenn es Dein Budget erlaubt, gönn Dir ein paar Nächte im oben beschriebenen Parador Hostal de los Reyes Católicos – eines der besonderen Hotels Spaniens.
Wetter in Santiago de Compostela: Das solltest du wissen
Das feuchte Ozeanklima garantiert ganzjährig milde Temperaturen:
• Sommer: durchschnittlich zwischen 20 und 27 Grad C
• Tage über 30 Grad C sind eher selten
• Winter: häufig Regen
• Frühling/Herbst: immer wieder Niederschläge möglich
Nach der Gluthitze in Madrid empfand ich die 30 Grad bei meiner Ankunft als angenehm. Dem Regen verdankt die Stadt ihr Grün.
Gastronomie in Santiago de Compostela: Galicische Spezialitäten
Galicien ist bekannt für seine Meeresfrüchte wie Muscheln, Garnelen und Krabben. Der „Pulpo a la Gallega", ein Gericht aus gekochtem Tintenfisch, ist eine lokale Spezialität.
Ich bevorzuge die „Pimientos de Padrón", kleine grüne, mit Salz gebratene Paprikaschoten. Die berühmte „Tarta de Santiago", ein köstlicher Mandelkuchen mit meist nur drei Zutaten, solltest Du unbedingt probieren. Einige der lokalen Weine sind preisgekrönt. International bekannt ist das dunkle Lagerbier Estrella Galicia.
Meine Café-Empfehlungen
Traditionell: Café Paradiso mitten in der Altstadt – perfekt für die Tarta de Santiago

Modern: Café Adelia – etwas versteckt im oberen Teil der Altstadt. Modernes Ambiente, guter Kaffee und leckere kleine Sünden, dazu nette Baristas – perfekt für einen Snack nach all den Besichtigungen!

Eine Übersicht über Restaurants in Santiago de Compostela (auch für Veganer und Vegetarier) findest Du auf der Seite von Santiago Turismo.
Shopping in Santiago de Compostela: Mehr als Souvenirs
Die historische Altstadt ist voller kleiner Läden. Natürlich wird der übliche Touristenkitsch angeboten, aber es gibt auch interessante Boutiquen mit Schmuck und Kunsthandwerk.

Meine Shopping-Tipps
* Katuxa Joyeria (Altstadt): ausgefallener, sehr edler Schmuck
• Cesta Tenda (Altstadt): lokale Spezialitäten wie Käse und preisgekrönte Weine aus der Region

PRAKTISCHER TIPP: Achte auf das Qualitätssigel, das an einigen Schaufenstern zu sehen ist.


Sprachen in Galicien: Galicisch und Spanisch
Im Nordwesten Spaniens sprechen ca. drei Millionen Menschen Galicisch, neben Spanisch. Galicisch ähnelt dem Portugiesischen. Während meines Aufenthaltes habe ich mehr Spanisch als Galicisch gehört, was natürlich auch an den vielen spanischen Touristen liegen kann.
Mein Fazit zu Santiago de Compostela
Als Ausgangspunkt für eine Reise durch die autonome Provinz Galicien ist Santiago de Compostela ideal. Hier kannst Du locker drei Tage verbringen, um Kultur und Natur zu genießen – auch ohne den Jakobsweg zu bewältigen.
Die Stadt bietet eine perfekte Mischung aus:
• UNESCO-Weltkulturerbe und lebendiger Universitätsatmosphäre
• Historischen Sehenswürdigkeiten und moderner Architektur
• Galicischer Küche und internationalem Flair
• Pilgertraditionen und zeitgemäßem Stadtleben
Santiago de Compostela ist weit mehr als nur der Endpunkt des Jakobswegs. Die galicische Stadt begeistert mit ihrer zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Altstadt, der imposanten Kathedrale und einer lebendigen Kulturszene. Ob Parador-Luxus, authentische Tapas oder grüne Parks – Santiago de Compostela ist das perfekte Reiseziel für alle, die Spaniens Nordwesten entdecken möchten.

Für mich ging es von Santiago aus weiter in Richtung Norden – mein Bericht zu dieser spektakulären Region folgt hier in Kürze.

*Meine Reise wurde von Turespaña unterstützt. Dies hat meine Bewertungen jedoch in keiner Weise beeinflusst.*
Meine Fotos sowie die Innenaufnahmen von der Kathedrale wurde von dem einheimischen Fotografen Xaime Cortizo gemacht, den ich für Shootings vor Ort empfehlen kann.
Du interessierst Dich auch für andere spanische Städte? Dann schau mal auf meine Artikel über Cádiz, Granada, Málaga und Sevilla.

