Die Alfama in Lissabon - Tipps für die schönsten Sehenswürdigkeiten
Warum die Alfama in Lissabon einen Besuch lohnt. Ich nehme euch mit auf eine Tour zu den schönsten Sehenswürdigkeiten dieser malerischen Altstadt.
Die wunderbare Altstadt Alfama in Lissabon
(Artikel enthält Werbung - aktualisiert im Juli 2026)

ALFAMA - DeN Charme der Vergangenheit LISSABONS ERLEBEN
Über die Vorzüge des historischen Pálacio Belmonte hoch über der Altstadt von Lissabon habe ich bereits berichtet. Leider existiert dieser außergewöhnliche Gästepalast nicht mehr. Inzwischen ist das Haus eine private Residenz - sehr bedauerlich! Ich habe eine schöne, wenn auch bei Weitem nicht gleichwertige Alternative gefunden, über die ich unten berichte. 2026 habe ich wieder die Alfama, Lissabons ältestes Stadtviertel, besucht.. Die folgenden Sehenswürdigkeiten kannst Du wunderbar an einem Tag „erlaufen“ – vorausgesetzt, Du bist gut zu Fuß, scheuts keine Treppen und trägst bequemes Schuhwerk. Alternativ kann man ein Tuktuk (ja, die Dinger, die man aus Asien kennt…) oder Ausflug-Taxi nehmen. Und dann gibt es natürlich noch eine absolut urige Straßenbahn, die sogenannte „Electrico“. Die Linie 28 durchquert die Alfama in Lissabon (Lisboa in der Landessprache) mit all ihren engen und steilen Straßen und ist ein Relikt aus den 30er Jahren, sozusagen schon eine Sehenswürdigkeit für sich. Also – unbedingt mitfahren und den Charme der Vergangenheit erleben!

Herrliche Aussichten
Beginnen wir unsere Tour am wohl höchsten Punkt der Stadt, dem Castelo Sao Jorge. Hier haben die christlichen Kreuzfahrer die Mauren anno 1147 besiegt. In den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde sie restauriert. Das Beste am Castelo (Schloss) ist der Miradouro mit Blick über die Alfama Lissabon und den gigantischen Tejo, den man von hier genießen kann.

Das perfekte Souvenir
Nicht weit von der Burg befindet sich „The Cork Store“ – eine hübsche Boutique mit allen möglichen Accessoires aus Kork. Was für eine tolle Alternative zu Leder! Und gleichzeitig ein typisch portugiesisches Produkt, also ideal als Souvenir oder Mitbringsel.

Handbemalte Keramik und die für Portugal so typischen blauen Fliesen gibt es "By Nunes", ganz in der Nähe vom Castelo Sao Jorge. Dieser hübsche Laden hebt sich angenehm von den Touristenfallen im Zentrum ab. Ein Besuch lohnt sich!

die schönsten aussichtspunkte in der alfama
Durch die steilen Gassen mit ihrem Kopfsteinpflaster geht es hinab zum Miradouro Santa Luzia. Mit seinen vielen Hügeln hat Lissabon einige dieser Aussichtspunkte („Miradouros“) mit atemberaubenden Panoramen. Die hübsche weiße Kirche Santa Luzia besticht mit ihren Kachelbildern, auf denen u.a. Lissabon vor dem großen Erdbeben zu sehen ist.

100.000 Azulejos
Vom Pálacio Belmonte (und dem Miradouro Santa Luzia) hat man immer diese wunderbare Aussicht auf die weiße Kirche Igreja de Sao Vicente de Fora aus dem 17. Jahrhundert. Unbedingt anschauen – spektakulär sind die über 100.000 (!) „azulejos“, die berühmten blauen Fliesen sowie die Aussicht von der Dachterrasse auf das Alfama-Viertel und den Tejo. Der Blick entschädigt für das viele Treppensteigen.


Wie wär's mit einem Kaffee?
Aber es kommt noch besser. Von Sao Vicente geht's in Richtung Tejo (kurze Erholung für die Füße, es geht abwärts!), vorbei an einem kleinen Kunstmarkt und mit einem Kaffee-Stopp. Mein Tipp: das Copenhagen Coffee Lab. Skandinavien mitten in Portugal, eine reizvolle Mischung. Modernes Ambiente, leckere Snacks und perfekte Wachmacher in Form von Koffein. Viel junges Volk, das hier mit Laptops und Smartphones hantiert. Ansonsten findet man in den vielen Gassen der Alfama kleine Cafés an fast allen Ecken – und guten Kaffee (mit sündhaft süßen Leckereien) gibt es in Lissabon bzw. in ganz Portugal eigentlich immer. Das Paul`s in der Rua Augusta hat mir trotz des Trubels in dieser Geschäftsstraße ebenfalls sehr gut gefallen.


Fado - die Musik Portugals
Gut gestärkt? Dann auf zur Igreja de Santa Engrácia, einer der schönsten Kirchen Lissabons – auch National Pantheon genannt. Mit ihrem Bau wurde bereits 1681 begonnen, aber es dauerte sehr lange bis zur Vollendung im Jahre 1966 – Wahnsinn. Das erklärt die vielen Elemente aus den verschiedensten Epochen. Die große Kuppel erinnert mich irgendwie an das Weiße Haus in Washington. Hier befinden sich die Sarkophage einiger berühmter Portugiesen, darunter Vasco da Gama und Amalia Rodriguez, der populärsten und fast schon heiligen Fado-Sängerin des Landes. Und überhaupt - der theatralische Fado ist ja auch schon fast ein Heiligtum in Portugal. Und in der Alfama findet man diese Musik an fast jeder Ecke. Die wohl bekanntesten Fado-Interpreten Portugals sind die Sänger der Gruppe Madredeus.

Auch hier gilt wieder – unbedingt rein in die Kirche und vor allem rauf aufs Dach (hurra, es gibt einen Aufzug!). Von den vier Türmchen hat man noch mal eine unvergleichliche Aussicht auf das Alfama-Viertel und den Tejo, ich konnte mich an diesem Panorama gar nicht sattsehen. Für Schwindelfreie lohnt sich auch der Blick von den Plattformen im Inneren der Kirche, auf einer der unteren gibt es sogar eine Ausstellung mit moderner Kunst. Was für ein wunderbarer Kontrast zum sakralen Charakter des Pantheons. Sicherlich eine der schönsten Sehenswürdigkeiten im Alfama-Viertel.


Brunch Time
Jetzt aber ab zum Fluss – mit der Aussicht, später all die Treppen wieder bis zum Palácio Belmonte hinaufzusteigen. Ich habe mir fest vorgenommen, etwas für meine Kondition zu tun und kein Taxi zu nehmen. Direkt am Tejo habe ich einen neuen Lieblingsort gefunden - das Tejo Terrace. Ein charmantes Interieur mit einladender Terrasse, äußerst freundliches Personal und vor allem eine Speisekarte, die kaum Wünsche offen lässt. Ideal für ein ausgiebiges Brunch. Auch Vegetarier und Veganer kommen hier auf ihre Kosten. Dieses hübsche Lokal wäre bei einem längeren Aufenthalt in Lissabon bestimmt mein Stammlokal.


Treppengymnastik
Von hier ist es ein Katzensprung zum Fado-Museum, das an diesem Sonntag leider geschlossen war. Egal – bei Sonnenschein halte ich mich ohnehin lieber draußen auf. Natürlich wäre es schon mal interessant, mehr über die Geschichte dieser sentimentalen Musik mit all ihren theatralischen Interpreten zu erfahren.
Tja, dann geht es also wieder hinauf zum Palácio. Ich habe die Treppen nicht gezählt – der Weg hat aber locker ein intensives Training für Beine und Po im Fitnessstudio ersetzt.
Was für ein Tag in der Alfama! Eines ist sicher: Lissabon steht ganz weit oben auf der Liste meiner Lieblingsstädte.

Galerien und Kirchen in der Alfama
Wer immer noch nicht genug von Kirchen in der Alfama hat, kann sich anschließend das älteste Gotteshaus Lissabons ansehen. Die Bauarbeiten für die Igreja de Santa Maria Maior Sé Patriarcal de Lisboa (UFF – man kann auch einfach „Sé“ sagen) begannen anno 1147 und wurden nach zwei Erdbeben teilweise erneuert. Eine kurze Stippvisite auf dem Weg von der Alfama hinunter zum Rossio direkt am Tejo lohnt sich. Tipp: Vorher kann man noch in der Galerie „A Arte da Terra“ schräg gegenüber von der Sé vorbeischauen. In den historischen Gemäuern (vor langer Zeit waren das mal Pferdeställe) findet man einen schönen Überblick über Kunst und Kunsthandwerk Portugals mit Objekten von über 300 Künstlern und möglicherweise auch ein nettes Souvenir.

Restaurants in der Alfama
Noch ein Wort zu den Restaurants in der Alfama – es gibt so viele gute Restaurants mit einfacher, authentischer portugiesischer Küche. Maria, die ehemalige Besitzerin des Palácio Belmonte, bringt es auf den Punkt: „Entweder ist die Aussicht wunderbar, aber die Küche nicht so gut – oder umgekehrt.“ Also vielleicht lieber mal in die kleineren Gaststätten gehen, die eher unscheinbar wirken. Oft gibt es hier auch abends Fado-Gesang. Mir hat das kleine Conqvistador direkt neben dem Castelo Sao Jorge gut gefallen – netter Service, eine ansprechende Präsentation ohne viel Gedöns und leckeres Essen. Wie in den meisten Restaurants ist das allerdings ziemlich fleisch- und fischlastig, aber mit etwas Fantasie bekommt man auch vegetarische Optionen hin. Und natürlich gibt es überall in der Alfama nette kleine Hotels. Infos dazu findet ihr auf dieser gut gemachten Seite.


Damit neigt sich der Sonntag in der Alfama dem Ende. Natürlich gibt es in Lissabon noch viel mehr zu sehen - vielleicht habt Ihr Lust bekommen, die Stadt zu erkunden? Weitere Lissabon-Tipps von mir findet Ihr in diesem Blogbeitrag. Viel Spaß! Empfehlenswert ist ein geführter Stadtrundgang zu den Highlights. Mit der Lisboa Card habt Ihr kostenlosen Eintritt in Museen und Sehenswürdigkeiten, könnt das öffentliche Nahverkehrssystem unbegrenzt nutzen und von speziellen Angeboten in Restaurants und Geschäften profitieren.
Was eine Einheimische an der Alfama mag
Ana Paris wurde in Lissabon geboren und hat einige Jahre in anderen Regionen Portugals gelebt. Vor 20 Monaten kehrte Ana in ihre Heimatstadt zurück, wo sie heute als Immobilienmaklerin arbeitet. Sie beschreibt die Alfama wie folgt:
Die Alfama sollte bei einem Lissabon-Besuch auf gar keinen Fall versäumt werden. Du kannst die Straßen dieses Viertels jeden Tag erkunden und wirst immer etwas Neues entdecken. Die engen Gassen, Treppen und die Menschen sind die wichtigsten Elemente der Schönheit der Alfama. Du wirst moderne Straßenkunst an den Wänden der Gebäuden entdecken. Du wirst Balkone mit Blumen in den schönsten Farben sehen; Puppen, Windmühlen und alle möglichen katholischen Heiligen werden ein Lächeln auf deine Lippen zaubern. Und nicht selten wird dir jemand von einem Balkon oder einem Fenster zuwinken. Das macht dein Erlebnis noch authentischer. Und dann genieß die köstliche portugiesische Küche mit einem exzellenten Rotwein, während du dem Fado lauschst. Und keine Angst - auch wenn du kein Wort Portugiesisch verstehst, wird diese Musik dich ergreifen.
Einer meiner Lieblingsplätze ist der Miradouro Portas do Sol am Abend. Hier beobachte ich die Lichter und den gigantischen Tejo - pure Romantik!

Beste Reisezeit für Lissabon
Ich mag den August nicht unbedingt für Reisen in den Süden, aber in Lissabon war das kein Problem. Der Nordwestwind sorgte für eine angenehme Brise bei warmen, aber nicht unerträglichen Temperaturen. Allerdings kann es im Sommer sehr heiß werden (bis zu 35 °C). Dann ist Lissabon in der Regel auch ziemlich voll, und die Preise sind entsprechend hoch. Ansonsten sind die Vor- und Nachsaison natürlich super. Selbst bei durchschnittlich 15 Grad Celsius empfiehlt sich eine Reise nach Lissabon, allerdings regnet es dann häufiger.
Mein Hoteltipp
Das kleine Boutiquehotel Memoria der FLH-Kette war für meinen dreitägigen Lissabon-Aufenthalt im Juni 2026 einfach perfekt. Sehr zentrale Lage (die Aufzüge zur Altstadt Alfama sowie ins untere Viertel) sind direkt in der Nähe. Das Frühstück in einem kleinen, prächtigen Saal mit wunderbaren Kronleuchtern und einer Stuckdecke hat mir besonders gut gefallen. Bemerkenswert fand ich, dass die Butter in kleinen Porzellanschälchen und nicht in der üblichen Plastikverpackung serviert wurde. Direkt gegenüber vom Hotel gibt es eine große Terrasse mit zwei Restaurants.

Wie komme ich nach Lissabon?
Günstige Flüge nach Lissabon (u. a. mit Lufthansa ab Frankfurt oder TAP Portugal ab Düsseldorf) gibt es auf fluege.de.
Der internationale Flughafen Portela - Aeroporto Humberto Delgado ist nur gut 6 Kilometer vom Zentrum Lissabons entfernt und gut an den öffentlichen Nahverkehr (U-Bahn oder Aerobus, der vor allem für die späten Abendstunden empfohlen wird) angeschlossen. Ein privater Transfer vom Flughafen ins Zentrum Lissabons ist mit ca. 22 EUR (Stand 2019) recht preisgünstig. Die Flugzeit nach Lissabon beträgt von den meisten deutschen Städten ca., 2,5 Stunden.
Öffentliche Verkehrsmittel in Lissabon
Die U-Bahn in Lissabon ist die schnellste Art, sich in der Stadt fortzubewegen. Die Metro verfügt über vier Linien und ist von 6.30 bis 1.30 Uhr morgens in Betrieb. Bereiche, die nicht von der Metro abgedeckt werden, können mit den Straßenbahnen erreicht werden. Eine Fahrt mit einer der alten gelben Straßenbahnen gehört auf jeden Fall zu einem Lissabon-Trip. Die bereits erwähnte historische Linie 28 fährt durch die beliebten Touristenviertel Graca, Alfama, Baixa und Estrela. Sightseeing auf ganz andere Art und Weise. Nicht verpassen!

Wer nach Lissabon Lust auf Strand und Erholung hat, könnte noch einen Abstecher nach Cascais (ca. 40 Autominuten entfernt) oder gar an die spektakuläre Algarve machen (2-3 Autostunden).
In Cascais war ich im Juni 2026 zum zweiten Mal, und es hat mir wiederum außerordentlich gut gefallen. In diesem Artikel findet Ihr zahlreiche Tipps für Ausflüge, Cafés, Restaurants und Hotels.

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