Fuerteventura im Winter: Meine Geheimtipps für die karge Schönheit

Während Deutschland im Schneechaos versank, stand ich barfuß im Atlantik. Das milde Klima der Kanaren macht die Insel zum idealen Fluchtort im deutschen Winter – und „Fuerte" ist für mich längst mehr als nur ein Reiseziel geworden.

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In El Cotillo, Fuerteventura
Lieblingsort El Cotillo - ©KHLLIFESTYLE
 

"Fuerte" - gestern und heute

Zu meiner Zeit als Hoteleinkäufer mochte ich die spröde Insel nicht besonders. Zu trocken, zu weit die Wege zwischen den Orten. Heute kann ich das nicht mehr nachvollziehen. Etwas abseits der Touristenzentren ist Fuerteventura ein regelrechter Kraftort für mich geworden. In diesem Artikel zeige ich dir meine Lieblingsorte – einige kennst du vielleicht aus meinem Bericht von 2023, andere habe ich erst jetzt entdeckt.

Unterwegs auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Meine Lieblingsinsel! - ©KHLLIFESTYLE
 

Wenn das Licht Magie wird

Fuerteventura ist mit 20 Millionen Jahren die älteste Kanareninsel – und man sieht es der kargen Hügellandschaft an. Was die Insel so besonders macht, sind die Farben, die sich im Lauf des Tages auf faszinierende Weise ändern.
Die Sonnenuntergänge sind einfach magisch, wenn sich die Berge farblich verwandeln – Ockertöne werden zu Goldgelb, sie glühen förmlich. Dieses „besondere Licht Fuerteventuras" hat schon viele Menschen begeistert – ich verstehe jetzt, warum.

Naturpark Corralejo, Fuerteventura
Im Naturpark von Corralejo - ©KHLLIFESTYLE 2023
 

Mit 1.660 Quadratkilometern ist Fuerteventura nach Teneriffa die zweitgrößte Kanareninsel, dabei aber mit knapp 120.000 Einwohnern sehr dünn besiedelt. 150 Kilometer Sandstrände, einige davon zu den schönsten Europas zählend, und über 1.000 Flechtenarten – ganz so karg ist die Insel also gar nicht.

Corralejo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Playa El Morro bei Corralejo - ©KHLLIFESTYLE
 

Der Naturpark von Corralejo: Mein Lieblingsort

Wenn ich vom Flughafen über die Küstenstraße nach Norden fahre, tauchen die hellen Dünen nach etwa 20 Minuten auf. Jedes Mal beschleunigt mein Herz ein wenig. Der Parque Natural de Corralejo ist nach wie vor meine erste Anlaufstelle auf der Insel.

Naturpark Corralejo, Fuerteventura
Natur pur in Corralejo - ©KHLLIFESTYLE
 
Straße nach Corralejo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Lieblingsstraße auf Fuerteventura - ©KHLLIFESTYLE
 

Die Eroberung der hohen Dünen ist ein gutes Beintraining. Mit jedem Schritt nach oben versinken die Füße im feinen Sand. Oben angekommen, wird die Anstrengung belohnt: Der Blick schweift über den Atlantik bis zu den Inseln Lobos und Lanzarote. Der Wind pfeift, das Meer rauscht unten in verschiedenen Blautönen, und ich fühle mich unglaublich lebendig.

Naturpark Corralejo, Fuerteventura
Strandspaziergang am Morgen - ©KHLLIFESTYLE2020
 

Surfer finden hier ihr Paradies, aber nicht nur die. An vielen Abschnitten kannst du wunderbar schwimmen – ich empfehle Badeschuhe, da der feine Sandstrand hier und da von felsigen Abschnitten unterbrochen wird. Eine Strandwanderung ist fast ein meditatives Erlebnis. Vor Jahren habe ich hier Yoga am Strand praktiziert, mit dem Rauschen der Wellen als Soundtrack.

Naturpark Corralejo, Fuerteventura
So entspannend - Meditation am Strand! - ©KHLLIFESTYLE2020
 

Lebhaftes Corralejo

Der Fischerort Corralejo selbst ist in den vergangenen Jahren zu einem größeren touristischen Zentrum gewachsen. Viele Bars, Geschäfte und Restaurants reihen sich aneinander. Ich frage mich jedes Mal, warum einige Männer bei nicht gerade sommerlichen Temperaturen mit freiem Oberkörper durch den Ort spazieren – nun ja. Etwas kanarische Atmosphäre findest du noch am Hafen. Von hier kannst du mit der Fähre zur praktisch unbewohnten Nachbarinsel Lobos (ein lohnenswerter Tagesausflug!) oder nach Lanzarote fahren.

Corralejo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Ortsstrand in Corralejo - ©KHLLIFESTYLE
 
Blick von Corralejo, Fuerteventura auf die Insel Lobos
Blick vom Hafen in Corralejo auf die Insel Lobos - ©KHLLIFESTYLE
 

Tipp: Per Zufall habe ich das kleine Restaurant On the Rocks im Einkaufszentrum El Campanario entdeckt, das einem kanarischen Dorf nachempfunden wurde uns sich von den anderen gesichtslosen Malls angenehm abhebt. Im On the Rocks hat mir neben leckeren Tapas und einer guten Weinauswahl vor allem der besondere Service gefallen.

Kurios: Die Villa Tabaiba direkt am Ortseingang von Corralejo. Carlos Calderón Yruegas, ein Architekt/Künstler aus Sevilla, hat hier eine kleine Kunstoase mit vielen Pflanzen und Skulpturen geschaffen. Ein Besuch lohnt sich!

VillaTabaiba in Corralejo, Fuerteventura
Villa Tabaiba, ein kleines Kunstparadies - ©KHLLIFESTYLE
 

 

Lajares: Wo Lebenskünstler und Surfer sich treffen

Auf Lajares trifft die Bezeichnung „hip" wirklich zu. Vor meiner ersten Inseltour sitze ich auf der Dachterrasse des beliebten „El Goloso", vor mir ein dampfender Café Solo und beobachte das bunte Völkchen, das hier ebenfalls seinen Koffeinschub und köstliche Leckereien genießt.

El Goloso in Lajares, Fuerteventura
El Goloso, Treff für Kaffeeliebhaber in Lajares - ©KHLLIFESTYLE
 

Obwohl der Strand acht Kilometer entfernt ist, gilt Lajares als Hochburg für Surfer. Hier hat sich eine alternative Szene mit Lebenskünstlern etabliert – Menschen, die dem Massentourismus den Rücken gekehrt haben und sich ihr eigenes kleines Paradies geschaffen haben. Entsprechend bunt sind die Cafés, Läden und Restaurants. Alles ohne großen Touristentrubel. Herrlich.

Tipp: Samstags von 10 bis 14 Uhr findet ein beliebter kleiner Markt für Kunsthandwerk statt.

Nur wenige Kilometer entfernt erhebt sich der 278 Meter hohe Vulkan Calderón Hondo mit seinem gigantischen Krater. Der Aufstieg lohnt sich – mehr dazu findest du in meinem Artikel von 2023.

Lajares auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Lajares, cooler Ort! - ©KHLLIFESTYLE
 

Weitsicht am Mirador de Vallebrón

In 20 Minuten gelangst du von Lajares zum Aussichtspunkt in den Bergen des Naturschutzgebietes Vallebrón, ganz in der Nähe von La Oliva. Der Wind pfeift von allen Seiten, also unbedingt eine Jacke mitnehmen. Aber der Aufstieg wird mit einer eindrucksvollen Aussicht über den Nordosten der Insel belohnt. Im Hintergrund ragt der Tindaya auf, der heilige Berg der Guanchen, der Ureinwohner Fuerteventuras.

Mirador de Vallebrón auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Viel Wind am Mirador de Vallebrón - ©KHLLIFESTYLE
 

Das Besondere bei meinem Besuch: Nach einigen Regenfällen war die karge Landschaft förmlich ergrünt – ein seltener Anblick auf dieser doch recht trockenen Insel.

Vallebrón auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Grünes Fuerteventura nach dem Regen - ©KHLLIFESTYLE
 


Alles Käse – im besten Sinne

Den Besuch in Vallebrón lässt sich wunderbar mit dem Käsemuseum in Antigua verbinden. Das Museo del Queso informiert interaktiv über Ursprung und Herstellung des köstlichen, international preisgekrönten Majorero-Käses. Nebenbei erfährst du auch einiges über den vulkanischen Ursprung der Insel. Die Windmühle im Garten ist ein hübsches Fotomotiv – abgesehen von der Katze, die es sich im Souvenirshop neben der Kasse bequem gemacht hat und mich mit halbgeschlossenen Augen mustert.

Museo del Queso in Antigua, Fuerteventura
Hübsch, der kleine Garten im Käsemuseum - ©KHLLIFESTYLE
 

Öffnungszeiten: Mai bis Oktober täglich 10–18 Uhr, November bis April täglich 9:30–17:30 Uhr
Eintritt: Erwachsene 4 €, Kinder (4-11 Jahre) 2,50 €, Kinder unter 3 Jahren kostenlos

Museo del Queso in Antigua, Fuerteventura
Historisches im Käsemuseum - ©KHLLIFESTYLE
 

 

Museo del Queso in Antigua, Fuerteventura
Chillen im Käsemuseum - ©KHLLIFESTYLE
 

El Cotillo: Spektakuläre Natur und Lässigkeit

Diesen malerischen Ort an der Nordwestküste habe ich bereits mehrfach besucht. Dieses Mal entdecke ich Ecken, die ich vorher nicht kannte – und sie rauben mir fast den Atem.

El Cotillo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Lieblingsort El Cotillo - ©KHLLIFESTYLE
 

Der rot-weiße Leuchtturm El Tostón

Zehn Fahrminuten außerhalb des Zentrums thront der 33 Meter hohe Leuchtturm über der wilden Küste. Die Kombination aus rot-weißem Turm und tosender Brandung bietet imposante Fotomotive. Im Erdgeschoss ist ein Fischereimuseum untergebracht, das du dienstags bis samstags zwischen 10:45 und 17:00 Uhr besichtigen kannst.

Leuchtturm bei El Cotillo auf Fuerteventura
Der alte Leuchtturm "El Tostón" - ©KHLLIFESTYLE
 

Auf einem kurzen Rundweg mit Infotafeln zur Entstehung der Insel entdecke ich herrliche Sandbuchten und bizarre Felsformationen. Überall liegen versteinerte Lebenswesen – ein Paradies für Hobby-Paläontologen. Eine ältere Dame sitzt strickend vor ihrem Wohnmobil und grüßt mich freundlich. Hier stehen viele solcher Gefährte, manche mit deutschen Kennzeichen. Aussteiger, digitale Nomaden, Menschen auf der Suche nach Freiheit unter kanarischer Sonne.

Küste bei El Cotillo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Bizarre Küste - ©KHLLIFESTYLE
 

Die atemberaubenden Klippen

Auf meinem Rückweg zur Ortsmitte wollte ich im Café Cactus nahe dem Sandstrand Marfolin einkehren – leider hatte es über den Jahreswechsel geschlossen. Beim nächsten Mal! Ich komme am El Hotelito vorbei, einer winzigen Herberge mit nur vier Zimmern. Vielleicht wäre das etwas für meinen nächsten Besuch.

Strand Marfolin in  El Cotillo, Fuerteventura
Der Stadtstrand Marfolin - ©KHLLIFESTYLE
 

Kurz hinter dem kleinen Ortszentrum entdecke ich dann die Klippen von El Cotillo. Ich wundere mich, dass es mich nicht schon früher hierher verschlagen hat. Die Felswände fallen steil ins Meer ab, die Gischt spritzt meterhoch, und der Wind trägt das Salz bis zu mir herauf. Hier spürst du die rohe Kraft des Atlantiks. Drei Jungs haben es sich auf einer Klippe bequem gemacht - ich frage mich ernsthaft, wie sie dahin gekommen sind.

Klippen von El Cotillo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Gigantisch, diese Klippen - ©KHLLIFESTYLE
 
Klippen von El Cotillo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Wilder Atlantik - ©KHLLIFESTYLE
 

Der Torre del Tostón, ein Wehrturm aus dem 18. Jahrhundert, ist ein hübsches Fotomotiv. Über eine Steintreppe und eine kleine Zugbrücke mit Eisenketten kannst du ihn während der Öffnungszeiten für 1,50 Euro (Stand Januar 2026) besichtigen. Direkt daneben steht ein fast sechs Meter langes Walskelett. Das Tier strandete 2004 als trauriges Resultat der mittlerweile verbotenen Militärübungen an der Küste.

Wehrturm El Tostón in El Cotillo auf Fuerteventura
Beste Aussichten am Wehrturm El Tostón - ©KHLLIFESTYLE
 
El Cotillo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Das Walskelett in El Cotillo - ©KHLLIFESTYLE
 

Gaumenfreuden mit Meerblick

Zeit für eine Mittagspause! Ich entscheide mich für das schicke Nana mit hübscher Terrasse und Meerblick. Fusionküche ist hier angesagt, selbst Veganer kommen hier auf ihre Kosten. Ich genieße mein Essen mit Blick auf das Meer und freue mich über diesen ganz besonderen Silvestertag.

Restaurant Nana in El Cotillo auf Fuerteventura
Lunch mit Aussicht im Nana - ©KHLLIFESTYLE
 

Mit seinen gerade mal 1.500 Einwohnern ist El Cotillo weniger touristisch als das 20 Fahrminuten entfernte Corralejo. Der Ort besticht durch seine Lässigkeit. Die Boutiquen heben sich angenehm von den üblichen internationalen Billigmarken ab, es gibt sogar einen kleinen Bioladen. Eine Katze sitzt fotogen vor einem Fenster mit blauen Läden, Instagram ruft! El Cotillo verfügt über einige Hotels, allerdings würde ich mich hier eher für ein Ferienapartment entscheiden. Das passt besser zum Flair des sympathischen Ortes

El Cotillo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Typischer Eingang in El Cotillo - ©KHLLIFESTYLE
 
El Cotillo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Hübsches Instagram-Motiv - ©KHLLIFESTYLE
 
El Cotillo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Schrilles in einer Boutique in El Cotillo - ©KHLLIFESTYLE
 

Sonnenuntergang am Meer

Ein paar Tage später muss ich unbedingt nochmal zum Sonnenuntergang nach El Cotillo. Nach einem Bummel über die Uferpromenade kehre ich im „Vaca Azul" ein, einem auch bei Einheimischen sehr beliebten Restaurant direkt am Meer, spezialisiert auf Fischgerichte. Der sympathische Besitzer erzählt mir, dass das Restaurant in ein paar Tagen ein paar Meter weiter umzieht. Das werde ich dann bei meinem nächsten Besuch testen.

El Cotillo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Die schönste Zeit des Tages! - ©KHLLIFESTYLE
 
El Cotillo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Einfach nur genießen... - ©KHLLIFESTYLE
 

Ich sitze auf der Terrasse, bestelle Tapas, und die Sonne taucht langsam ins Meer. Das Farbspektakel beginnt. Das ist Fuerteventura. Das ist mein Kraftort.

Restaurant Vaca Azul in El Cotillo, Fuerteventura
Romantisches Dinner im Vaca Azul - ©KHLLIFESTYLE
 

Ruhige Alternativen: Villaverde und La Oliva

Gut zehn Autominuten von Corralejo liegt das etwas verschlafene Örtchen Villaverde – ideal, um dem touristischen Rummel zu entfliehen. Ich wollte mir zwei kleine ländliche Hotels ansehen, die jedoch leider über Silvester/Neujahr geschlossen waren. Für ruhesuchende Gäste bestimmt eine gute Alternative.

Villaverde auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Ländlich wohnen in Villaverde - ©KHLLIFESTYLE
 

Ganz außergewöhnlich ist die schicke Casa Montelongo im ebenfalls ruhigen Nachbarort La Oliva. Die Kombination aus traditioneller Architektur, Kunst und modernem Design hat mich beeindruckt – das kommt definitiv auf meine Liste für den nächsten Besuch. Ein Leihwagen ist hier natürlich unabdingbar, die Strände von El Cotillo oder Corralejo erreichst du in gut 15 Minuten.

Casa Montelongo in La Oliva, Fuerteventura
Casa Montelongo - genau mein Stil! - ©Gregor Neschel
 
Casa Montelongo in La Oliva, Fuerteventura
Hingucker in der Casa Montelongo - ©Gregor Neschel
 

In Villaverde gibt es ein paar gute Restaurants. Mir hat das bei Einheimischen sehr beliebte El Horno mit seinem interessanten Interieur und kanarischem Essen gut gefallen. Natürlich habe ich hier wieder meine geliebten „papas arrugadas" genossen – Kartoffeln mit Schale und zwei pikanten Saucen, die für mich zu jedem Fuerteventura-Besuch dazugehören.

Restaurant El Horno in Villaverde, Fuerteventura
Krimskrams mit Wasserfall im El Horno - ©KHLLIFESTYLE
 

Betancuria: Die schönste Zeitreise der Insel

Man mag es kaum glauben: Betancuria war von 1404 bis 1834 die Hauptstadt Fuerteventuras. Heute leben nicht einmal 1.000 Menschen in dem beschaulichen Bergdorf, das in keinem Fuerteventura-Programm fehlen darf.
Neben dem Kirchlein Santa Maria de Betancuria besticht der Ort durch zahlreiche hübsche Cafés und Restaurants.

Betancuria auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Idyllisches Betancuria - ©KHLLIFESTYLE
 

Auf meinem Weg Richtung La Pared gönne ich mir einen Kaffee im La Sombra – vielleicht dem schönsten Restaurant im Ort mit einem tropisch anmutenden Garten. Palmen werfen Schatten auf die Tische, Kakteen blühen in leuchtenden Farben, und für einen Moment fühlt es sich an, als wäre ich in einer Oase gelandet.

Restaurant La Sombra in Betancuria, Fuerteventura
Pause im La Sombra in Betancuria - ©KHLLIFESTYLE
 

Wichtig: In Betancuria gibt es keine einzige Tankstelle! Tanken kannst du entweder in Antigua oder Tuineje, beide etwa 15 Autominuten entfernt.

Panoramen, die den Atem rauben

Kurz vor Betancuria führt die Straße zum Mirador Morro Velosa auf 650 Metern Höhe. Ein Fotostopp lohnt sich hier auf jeden Fall. Bei klarem Wetter erkennst du sogar die Dünen von Corralejo in der Ferne. Imposant sind auch die Statuen am Valle de las Cuevas sowie etwas später die der Guanchen-Könige Guyse und Ayose, die nicht zu übersehen sind.

Statuen auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Coole Kunst am Valle de las Cuevas - ©KHLLIFESTYLE
 

Palmen im Barranco Río Palmas

Einen weiteren Stopp Richtung La Pared lege ich in der im fruchtbaren Barranco gelegenen Gemeinde Vega de Río Palmas ein. Auffallend sind die vielen Kanarischen Dattelpalmen und Tamarisken – ungewöhnlich für das sonst so trockene Fuerteventura.

Vega de Rio Palmas auf Fuerteventura
Idylle in Vega de Rio Palmas - ©KHLLIFESTYLE
 
Vega de la Palma auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Selfie im Tal der Palmen - ©KHLLIFESTYLE
 

Gut einen Kilometer entfernt kannst du auf der Hauptstraße rechts zum Barranco de las Peñitas abbiegen. Hier finden die Palmen ausreichend Grundwasser, um üppig zu gedeihen. Die enge Schlucht mit steil aufragenden Felswänden und Wasserbecken ist spektakulär – kein Wunder, dass diese Gegend Schauplatz zahlreicher Filme wie „Exodus" war.

Palmenhain auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Meine Lieblingsbäume! - ©KHLLIFESTYLE
 

Mirador LAS PEÑITAS: Greifvögel und wilde Ziegen

Diesen Aussichtspunkt auf dem Weg von Betancuria nach Pájara kannst du nicht verfehlen. Die Aussicht über den Barranco de Río Palmas bis hin zum Atlantik ist atemberaubend. Mit etwas Glück erspähst du eindrucksvolle Greifvögel, die über den Schluchten kreisen.

Mirador Risco de las Peñas auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Grandiose Aussicht mit Infos - ©KHLLIFESTYLE
 

Auf der Serpentinenstraße sehe ich immer wieder wilde Ziegen. Fuerteventura wurde früher „Isla de las Cabras" genannt – die Insel der Ziegen. Beeindruckt haben mich auch die Radfahrer, die sich die Straße hinaufquälen. Immer wieder ragen Palmen aus den schroffen Bergen. Ganz unten im Tal erkenne ich einsame Gehöfte. Wohnen da wirklich Menschen? Es soll Bewohner von Fuerteventura geben, die noch nie das Meer gesehen haben.

Landschaft auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Wer da wohl wohnt? - ©KHLLIFESTYLE
 

Mein Mittagessen hatte ich im malerischen Ajuy an der Küste geplant, das ich bereits 2023 besucht hatte. Der Dreikönigstag machte mir einen Strich durch die Rechnung – an diesem hohen spanischen Feiertag hatten nur wenige Restaurants geöffnet und der Andrang war groß. In meinem Bericht von 2023 findest du weitere Fotos von Ajuy und den imposanten Höhlen.

Ajuy auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Am Strand von Ajuy - ©KHLLIFESTYLE2023
 

La Pared: Surferparadies mit Mikroklima

Die Fahrt führt weiter durch atemberaubende Vulkanlandschaften nach La Pared im Süden. Ein Halt am Mirador de Sicasumbre bei Pájara ist ein Muss. Auf 231 Metern Höhe bietet der Aussichtspunkt nicht nur spektakuläre Blicke, sondern auch wissenschaftlich fundierte Informationen zur Sternenbeobachtung. Tafeln erläutern die Positionen verschiedener Sternbilder, und für ambitionierte Himmelsbeobachter stehen Vorrichtungen bereit, um Teleskope oder Kameras zu installieren.

Mirador Sicasumbre auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Mirador de Sicasumbre - ©KHLLIFESTYLE
 

Bei meinem Besuch bläst ein sehr starker Wind – eine warme Jacke ist empfehlenswert.

Ein Ort für Surfer und Sonnenanbeter

Vom Mirador de Sicasumbre ist es nur ein kurzer Weg bis La Pared. Fast verpasse ich die Abfahrt von der Hauptstraße, weil mir die Schotterpiste nicht geheuer erscheint. Nach etwa 150 Metern erreiche ich dann die Hauptstraße mit Palmen und Gehwegen.
Außer einer Hotelanlage und bunten privaten Bungalows, von denen viele an Feriengäste vermietet werden, gibt es hier nicht viel. Beim Aussteigen fällt mir ein Surfer mit – kein Scherz – einem fast bis zum Boden reichenden Dreadlock-Zopf auf. Surfer sind schon ein besonderes, cooles Völkchen.

Wohnmobil in La Pared auf Fuerteventura
Cool, diese Surfer! - ©KHLLIFESTYLE
 

Zu meiner großen Freude entdecke ich das hübsche Caveto Café. Ich treffe Verena, die nette deutsche Besitzerin, die seit zehn Jahren auf „Fuerte" lebt. Es bleibt nur wenig Zeit für einen Plausch, da ich an diesem Tag bei weitem nicht der einzige Gast bin. Ich bestelle Smoothie, Bowl und Espresso. Auf der kleinen Terrasse gibt es keinen freien Sitzplatz mehr, so dass ich mich auf eine Mauer hocke. Als zwei Damen von ihrem Tisch aufstehen, sitze ich ruckzuck an selbigem. Da schmeckt der Kaffee noch besser!

Cafe Caveto in La Pared auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Chillen ist angesagt im Caveto - ©KHLLIFESTYLE
 

Magische Klippen

Dann zieht es mich zu den Klippen über dem Meer. Die Aussicht bis zu den berühmten Bergen von Cofete raubt mir den Atem. Wieder bläst ein sehr starker Wind, der mir fast die Kamera aus der Hand reißt. Das hält mich jedoch nicht davon ab, Fotos vom tosenden Meer und den Surferstränden zu machen. Zum Baden ist es hier zu gefährlich – die Strömungen sind tückisch.

La Pared auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Wilder Atlantik - ©KHLLIFESTYLE
 

Was für ein magischer Ort! La Pared ist übrigens auch für sein Mikroklima gerühmt. Die ausgeglichenen und gering schwankenden Temperaturen sollen ideal für Menschen mit Erkrankungen der Atemwege sein.

La Pared auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Zum Schwimmen eher nicht geeignet... - ©KHLLIFESTYLE
 
La Pared auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Einfach nur magisch, dieses La Pared - ©KHLLIFESTYLE
 

Meine Route an diesem Tag: Puerto del Rosario – Mirador de Vallebrón – Vega de Río Palmas – Betancuria – Pájara/Ajuy – Mirador de Sicasumbre – La Pared. Die Strecke ist mit den empfohlenen Pausen und Besichtigungen leicht in sechs bis sieben Stunden zu bewältigen. Der Rückweg nach Puerto del Rosario führt über die gut ausgebauten Straßen zur Westküste und dauert gut eine Stunde.

Pozo Negro: Ein beschaulicher Sonntag

Ein weiterer Ausflug führt mich nach Pozo Negro an der Ostküste, etwa 30 Fahrminuten südlich von Puerto del Rosario. Das abgelegene Fischerdörfchen wird wenig besucht und verfügt über einen schwarzen Lavakiesstrand.

Pozo Negro auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Malerisch, dieses Pozo Negro - ©KHLLIFESTYLE
 

Direkt am Strand befinden sich zwei einfache Restaurants. In einem genieße ich eine köstliche Tortilla mit Blick auf das sehr nahe Meer. Ein paar Kinder spielen am Strand, während sich die Eltern in der Sonne ausruhen. Was für eine himmlische Ruhe – ideal für einen entspannten Sonntag. Zum Abschluss kredenzt mir die Besitzerin des Restaurants noch ein Schnäpschen. Salud!

Restaurant in Pozo Negro auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Lunch mit Aussicht - ©KHLLIFESTYLE
 

Tipp: Auf dem Weg nach Pozo Negro ist die archäologische Fundstätte La Atalayita sehenswert (über eine Schotterpiste erreichbar). Hier findest du Überreste der Ureinwohner und wilde Ziegen in einer wahren Mondlandschaft. An diesem Tag bin ich allein mit den hübschen Ziegen – tut auch mal gut!

Wilde Ziege auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Allein mit den wilden Ziegen - ©KHLLIFESTYLE
 
La Atalayita auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Kontraste bei La Atalayita - ©KHLLIFESTYLE
 

Praktische Informationen

Anreise nach Fuerteventura

Der internationale Flughafen liegt 5 km von der Hauptstadt Puerto del Rosario entfernt. Alle gängigen deutschen Chartergesellschaften fliegen die Insel in gut vier Stunden an. Von Morro Jable im Süden und Corralejo im Norden verkehren regelmäßig Fähren zu den Nachbarinseln.

Puerto del Rosario auf Fuerteventura, Kanarische inseln
Kunst am Strand von Puerto del Rosario - ©KHLLIFESTYLE
 

Das Wetter auf Fuerteventura

Das Klima auf den Kanaren gilt als eines der besten der Welt – nicht umsonst werden sie „Inseln des ewigen Frühlings" genannt. Fuerteventura hat im Durchschnitt nur 5 Regentage im Jahr, richtig kalte Tage gibt es kaum. Im Meer kannst du das ganze Jahr über schwimmen.

Pozo Negro auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Strand in Pozo Negro - ©KHLLIFESTYLE
 

Unangenehm wird es nur während weniger Wochen im Jahr, wenn die „Calima" Einzug hält – ein Wüstenwind aus der Sahara, der Hitze und jede Menge Sandstaub mit sich bringt. Ich erinnere mich, früher schon mal von Staub zugedeckte Autos gesehen zu haben.

Übernachten auf Fuerteventura

Die Auswahl an Unterkünften ist groß. Auf der Seite vom Patronato de Turismo de Fuerteventura findest du alle Optionen, auch die sogenannten „alojamientos rurales" – Unterkünfte auf dem Land.

Meine Empfehlungen:

•    In Puerto del Rosario: Hotel Mirador de Fuerteventura (ehemals ein Parador) in bester Lage am Meer
•    Gehobenes Segment: Secrets Bahía Real Resort & Spa in Corralejo – gilt immer noch als das beste Hotel der Insel
•    Nähe Flughafen: Sheraton Fuerteventura Golf & Spa Resort in Caleta de Fuste
•    Mein Favorit für den nächsten Besuch: Casa Montelongo in La Oliva mit interessanter Mischung aus traditioneller         Architektur, Kunst und modernem Design

Secrets Bahia Real in Corralejo, Fuerteventura
Im Garten des Secrets Bahía Real - ©KHLLIFESTYLE2023
 
Sheraton Hotel Fuerteventura, Kanarische Inseln
Sheraton Fuerteventura - ©KHLLIFESTYLE2023
 

Unterwegs auf Fuerteventura

Fuerteventura verfügt über ein gutes Linienbusnetz mit 17 Linien, die den nördlichen und südlichen Teil der Insel verbinden. Ich empfehle jedoch die Anmietung eines Leihwagens oder sogar eines Jeeps. Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Cofete) sind die Straßen gut ausgebaut. Für sportlich Ambitionierte empfiehlt sich ein Fahrrad.

Leihwagen auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Mit diesem Leihwagen war ich auf Fuerte unterwegs - ©KHLLIFESTYLE
 

Karte von Fuerteventura - ©istock

Die wichtigsten Entfernungen vom Flughafen:

•    Corralejo: 39 km, ca. 40 Minuten
•    Morro Jable: 84 km, ca. 1 Stunde 15 Minuten
•    Costa Calma: 65 km, ca. 60 Minuten
•    Caleta de Fuste: 8 km, ca. 10 Minuten

Weitere Infos über Fuerteventura findest du auf der Seite vom Patronato de Turismo.

El Cotillo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Im Hafen von El Cotillo - ©KHLLIFESTYLE
 
Fuerteventura, Kanarische Inseln
Typisch Fuerte! - ©KHLLIFESTYLE
 

Deine Fuerteventura-Geschichten

Warst du schon einmal auf Fuerteventura? Falls ja, berichte mir doch von deinen Lieblingsorten auf dieser außergewöhnlichen Insel. Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen!

Hörnchen auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Hörnchen begegnen Dir öfter auf Fuerte - ©KHLLIFESTYLE
 
Strand bei Corralejo auf Fuerteventura, Kanarische Inseln
Playa del Moro bei Corralejo - ©KHLLIFESTYLE
 

P.S. Herzlichen Dank an das Patronato de Turismo und an Sandra Waldherr Hansen, Verkaufsdirektorin im Secrets Bahía Real Resort & Spa, für die vielen Tipps. Meine Reise wurde vom Patronato de Turismo de Fuerteventura mit einem Leihwagen unterstützt. Dies hat meine Bewertungen jedoch in keiner Weise beeinflusst. Hotels und Verpflegung habe ich selbst bezahlt.

Diese Reise habe ich im Anschluss mit einem kurzen Aufenthalt in Las Palmas de Gran Canaria kombiniert, einer meiner Lieblingsstädte. 2023 habe ich einen Artikel über die größte Stadt der Kanaren geschrieben. Sollte dich auch die Nachbarinsel Lanzarote interessieren, schau am besten auf meinen Reisebericht.

Altstadt von Las Palmas de Gran Canaria
Bunte Fassaden in der Altstadt von Las Palmas - ©KHLLIFESTYLE
 

 

Strand von Las Canteras in Las Palmas de Gran Canaria
Blick von Las Palmas auf den Teide (Teneriffa) - ©KHLLIFESTYLE