Ziegenkäse, Criadillas und eine paradiesische Aussicht

Anekdoten und gastronomische Tipps von Gustavo, dem jungen Küchenchef des Gran Hotel Atlantis*****GL, Fuerteventura

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Blauer Himmel, 24 Grad C, eine frische Brise vom Atlantik und eine coole Atmosphäre. Das Coco Beach Lounge and Restaurant beim Gran Hotel Atlantis Bahía Real****GL (mein absoluter Lieblingsort auf dieser Insel...) ist der ideale Ort für ein Gespräch mit Gustavo Guerra, dem jungen Küchenchef des Luxushotels. Ich freue mich schon auf ein exzellentes Mittagessen mit einer unvergleichlichen Aussicht auf das Meer und die Nachbarinseln Lobos und Lanzarote – Belohnung für Arbeit (obwohl ich schon gestehen muss, dass dieses Interview mehr Vergnügen ist).

Foto: Chef Gustavo Guerra und KHL während des Gesprächs (fotosfuerteventura.com)

Gustavo (30) ist auf Fuerteventura und liebt seine Insel („Ich übrigens auch, sie ist mein kleines Refugium“). Er hat seine Kochkünste in der Hauptstadt Puerto del Rosario erworben („Nun, die Kapitale ist eher ein Städtchen...“) und arbeitet seit fast vier Jahren für die kleine aber feine Atlantisk-Kette. Kaum zu glauben, dass Gustavo zu Hause nie kocht – das erledigt seine Frau. Nun ja, Hauptsache der Gaumen der Hotelgäste wird gekitzelt. Gustavo hat so viele Anekdoten über „Fuerte“ zu erzählen, dass ich ihm stundenlang zuhören könnte. Aber – er muss bald an die Töpfe, und auf mich wartet schließlich das Lunch mit Meerblick, also fassen wir es kurz:

KHL: Ich kenne natürlich einige Gerichte der Kanaren - gibt es etwas Typisches für Fuerteventura?

GG: Fuerteventura ist ziemlich trocken. Früher wurden hier vor allem Saaten wie Kichererbsen und Weizen angebaut. Vielleicht kennst Du GOFIO („na klar!“), ein ganz spezielles Gericht auf unserem Archipel. Sehr nahrhaft und mit zig verschiedenen Zubereitungsarten – wir essen den Brei zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen. Kleine leckere Tomaten wurden hier auch mal mit Meerwasser angebaut. Sehr berühmt ist Fuerte für seinen preisgekrönten „queso majorero“, einen delikaten Ziegenkäse („Jaaaaa! An dem labe ich mich immer am Frühstücksbuffet!“) . Und klar, wir haben natürlich auch viel frischen Fisch hier – vom Papageienfisch („vieja“) bis zum Zackenbarsch („cherne“), der übrigens als Ceviche ganz besonders lecker ist. Du hast vielleicht gehört, dass viele „Canarios“ vor dem Tourismus-Boom nach Südamerika gegangen sind und einige Traditionen von dort mitgebracht haben. Das peruanische Nationalgericht Ceviche ist eine davon.

Foto: Köstlichkeiten im Coco Beach Lounge & Restaurant (fotosfuerteventura.com)

KHL: Apropos Tourismus – wann hat der Boom hier begonnen?

GG: Die ersten internationalen Gäste kamen Ende der 70er – und ja, das wart Ihr, die Deutschen! Stell Dir vor, damals gab es kaum Infrastruktur – nur ein paar Hotels, Schotterpisten und unsere berühmten weiten Strände!

KHL: Das kann man sich heute nur noch schwer vorstellen – bei so vielen Annehmlichkeiten! Aber es gibt ja noch sehr viele unberührte Fleckchen auf der Insel, gerade auch zum Baden.

GG: Das stimmt! Stell Dir vor – es gibt heute noch alte Leute hier, die noch nie das Meer gesehen haben! („Was??? Mein tägliches Bad im Atlantik ist immer ein absolutes Highlight...“). Diese Menschen leben im Inselinneren und züchten Vieh und Gemüse. Mein Großvater hat immer einen Sommer zum Fischen am Meer verbracht – und er ist auf einem Esel dahin geritten! Er hat dann in einer einfachen Hütte gelebt, den Fisch getrocknet und seiner Familie gebracht („Nun ja, ich ziehe dann doch das Gran Hotel vor ;-)“). Damals gab es hier auch Kamele als Nutztiere, Afrika ist ja nicht weit.

Foto: Schnell alles mitschreiben, Gustavo erzählt so viel Interessantes! (fotosfuerteventura.com)

KHL: Auf Lanzarote wird ja Wein angebaut, wie sieht es mit „vino“ von Fuerte aus?

GG: Interessanterweise gibt es eine sehr kleine Produktion – sowohl Weiß- als auch Rotwein. Wie auf Lanzarote kultivieren wir hier den Malvasia. Der Rotwein erinnert an einen vollmundigen Rioja („OK, ich bin dabei!“). Du kannst den Wein jeden Samstag auf dem kleinen „mercado de la biosfera“ in Puerto del Rosario kaufen oder im Restaurant La Luna hier in Corralejo probieren. („Wird gemacht – und vielleicht strebe ich eine Rentnerkarriere als Winzer auf Fuerte an?“)

Foto: Chef Gustavo Guerra mit der kleinen Insel Lobos im Hintergrund (fotosfuerteventura.com)

KHL: Mein klarer Gastro-Favorit auf den Kanaren sind die „papas arrugadas con mojo“ – schrumpelige kleine Kartoffeln mit Schale, die mit wahnsinnig leckeren Dips serviert werden. Was ist Dein Rezept für dieses Gericht?

GG: Ganz einfach und bodenständig – Du benötigst ein gutes Öl, Essig, Knoblauch („Na klar, wir sind in Spanien, hier riecht das doch kein Mensch ...“), Kümmel, Salz und Pfeffer. Und wir haben sogar eine kleine endemische Kartoffel auf der Insel, die heißt „Criadilla“ und ist total lecker.

KHL: Nachhaltigkeit spielt im Gran Hotel eine große Rolle. Bezieht Ihr viele Eurer Zutaten hier auf der Insel?

GG: Einiges. Wir kaufen den meisten Fisch sowie Meeresfrüchte von einheimischen Fischern. Und übrigens – die meisten Angestellten in unseren Restaurants stammen von der Insel. Uns liegt die Unterstützung der lokalen Wirtschaft sehr am Herzen – und Fuerte hat ja fast nur Tourismus

Foto: Himmlische Desserts im Coco Beach Lounge & Restaurant (fotosfuerteventura.com)

KHL: Du kochst die leckersten Gerichte in den sechs („Ja, 6!!!“) Restaurants des Gran Hotels, manchmal auch mit dem bekannten Sternekoch Carles Gaig aus Barcelona. Was ist Du denn am liebsten?

GG: Ich mag die einfache, natürlich Küche – am Strand gesammelte Muscheln und mit „Aulaga“ zubereitet, einer lokalen, sehr gesunden Algenart. Beides wird direkt am Strand zubereitet – köstlich und gleichzeitg sehr nahrhaft!

KHL: Eure Küche ist sehr fisch- und fleischlastig, wie sieht es denn mit dem Angebot für Vegetarier aus?

GG: Die Nachfrage nach vegetarischen und auch veganen Gericht wächst. Wir tragen diesem Trend durch ein erweitertes Angebot an fleischlosen Gerichten Rechnung. Das Thai-Restaurant in unserem Suite-Hotel wird nach der Renovierung im November übrigens hauptsächlich vegetarische Gerichte anbieten. Und Du wirst es nicht glauben, in Corralejo gibt es sogar ein paar vegane Restaurants.

Danke, Gustavo, muchas gracias – y suerte (viel Glück)!

Die gastronomischen Erlebnisse im preisgekrönten Gran Hotel Atlantis sind sicherlich einer von vielen guten Gründen für einen entspannten Urlaub hier. Tolle Buffets zum Frühstück und Abendessen – ich bekomme einfach nicht genug von den frisch gepressten Säften, und mein geliebter Espresso ist auch nicht von schlechten Eltern. Am Abend ist der Japaner „Yamatori“ mein absoluter Favorit – alles wird frisch am Tisch zubereitet, verbunden mit einer kleinen Cooking-Show. Wunderbare spanische Küche gibt es im Las Columnas oder La Cupúla de Carles Gaig. Und frischen Fisch genießt mittags am besten im Beach-Club Las Palmeras oder im bereits erwähnten Coco Beach Lounge & Restaurant mit den herrlichen weissen Design-Möbeln – Urlaub pur, besser geht`s nicht! Wer zu viele Kalorie aufgelegt hat, kann diese im Gym, beim Radeln über die Insel oder Schwimmen im türkisfarbenen Atlantik wieder abtrainieren. Oder sich einfach mit ein paar Pfündchen zu viel des Lebens erfreuen ;-).

P.S. Das hat sich jetzt vielleicht alles etwas überschwenglich angehört, spiegelt aber meine ganz persönliche Meinung über dieses Refugium wider. I just love it.

Foto: Steg am Coco Beach mit Blick auf Lobos und Lanzarote – Urlauberherz,was willst Du mehr? (KHL)

Weitere Infos finden Sie unter folgenden Links:

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