Hippokrates, wunderbare Strände und Sonnenuntergänge und ein nagelneues Design-Hotel – mein verlängertes Wochenende auf der Insel Kos (Teil 2)

25.06.2018

So schön das Lango Design Hotel & Spa auch ist – es wäre eine Schande, sich die Insel Kos nicht anzusehen. Nur 50 km lang und bis zu 10 km breit und sozusagen das Tor nach Europa, denn Kos liegt nur einen Steinwurf (hmm, vielleicht doch etwas mehr) von der türkischen Küste entfernt. Eirini, die charmante PR-Dame vom Lango Hotel, hat einige gute Tipps für mich. Mal sehen, was ich in der Kürze der Zeit unternehmen kann.

Foto: Chillen im Lango Design Hotel & Spa - Manolis Smalios

Foto: Griechischer Charme in Person - PR Dame Eirini - KHL

Kleine Hauptstadt ganz groß

Wo fängt man nur an? Am besten in Kos-Stadt, die nur ca. 2,5 km vom Lango Hotel entfernt liegt. Man kann in gut 20 Minuten zu Fuß ins Zentrum gehen oder den Linienbus nehmen (kostet 1,50 EUR, ist komfortabel und die zumeist freundlichen Fahrer sprechen Englisch). Eine weitere Alternative ist das Fahrrad – Kos ist ausgesprochen fahrradfreundlich, und man kann fast überall einen Drahtesel mieten. In Kos-Stadt empfiehlt sich ein Bummel am Hafen entlang zum Ortszentrum. Schon müde? Dann schnell einen Kaffee in einem der zahlreichen Cafés. Das Vie Café & Bar ist mein Favorit, exzellenter Espresso, netter Service und eine wunderbare Aussicht auf den Hafen.

Foto: Leckerer Smoothie im VIE Café & Cocktail Bar - KHL

Hippokrates, Moscheen und viel Kaffee

Im VIE findet man auch nicht die unsäglichen Touristen, die sich mit freiem Oberkörper (ich meine die meist älteren Herren der Schöpfung) ungeniert in ein Café setzen und ihre gegerbte Haut zur Schau stellen. Was soll man dazu sagen? Nun gut, weiter geht es zu den antiken Stätten der Stadt wie z.B. den Agora-Platz. Kaum zu glauben, dass dieser Ort bereits im 4. Jahrhundert vor Chr. entstanden ist, aber wir sind ja in Griechenland. Kos-Stadt ist voll von Gebäuden aus unterschiedlichsten Epochen, das macht u.a. den Charme dieser kleinen Hauptstadt aus. Man gelangt fast automatisch zum Eleftherias-Platz mit einer Moschee aus dem Jahre 1725. Die griechische Sonne brennt Anfang Juni schon ganz ordentlich, aber man kann seinen Durst ja in einem der zahlreichen Cafés löschen. Interessant ist eine Statistik die besagt, dass die Koer (so heißen die Insulaner tatsächlich…) durchschnittlich 94 Minuten an einer Tasse Kaffee trinken – sozusagen der Gegenentwurf zu unserem unsäglichen „Coffee to go“. Richtig cool und entspannt, diese Griechen.


Foto: Antike inmitten von Natur in Kos-Stadt - KHL

Ein 2000 Jahre alter Baum

Den kleinen Platz mit dem Baum des Hippokrates neben der Hadji Hassan-Moschee sollte man auf gar keinen Fall verpassen. Biologen schätzen den Baum auf fast 2000 Jahre. Wie jung wir doch sind! Die Legende besagt, dass er sogar von Hippokrates selbst gepflanzt wurde. Der berühmteste Sohn der Insel wurde auf Kos geboren und hat angeblich unter dem Baum gelehrt. Ich bin neugierig auf diesen alten Griechen geworden! Mehr dazu später.

Foto: Hadji Hassan-Moschee in Kos Stadt - KHL

Am Meer kann man noch bis zur Marina bummeln, auch hier gibt es wieder viele Bars und Cafés. Einige davon liegen direkt am Meer, so z.B. das „Bella Vista“. Hier habe ich eine Kleinigkeit gegessen und vor allem die super Aussicht genossen. Meine müden Füße haben es mir sehr gedankt!

Der Vater der Medizin - auf Kos geboren

Zurück zu Hippokrates. Der geniale Herr wurde 460 vor Chr. auf Kos geboren und gilt als Vater der Medizin. Hippokrates ging es vor allem um die Aktivierung der Selbstheilungskräfte seiner Patienten und Tipps für eine vernünftige Ernährung – das erinnert doch sehr an die heute so in Mode gekommene alternative Medizin. Ist schon irre, was die alten Griechen so alles draufhatten. Nach Hippokrates` Tod wurde der Asklipion (benannt nach Asklipios, dem Gott der Heilkunst) errichtet, und Kos wurde zu einem der wichtigsten Gesundheitszentren der antiken Welt. Grund genug, diese Sehenswürdigkeit am Rande der Stadt zu besichtigen.

Foto: An antiken Säulen kommst Du in Griechenland nicht vorbei - KHL

„Du kannst den Zug von Kos-Stadt zum Asklipion nehmen“, sagt Filitsa von der Rezeption im Lango Design Hotel & Spa. Der „Zug“ entpuppt sich als Mini-Zug, den man oft in Touristen-Orten sieht. Soll ich wirklich in so ein Ding steigen, zum allerersten Mal in meinem langen Leben? Hier kennt mich ja niemand, also rein in die Bimmelbahn. Die Fahrt (hin und zurück) kostet 7 EUR und dauert 15 Minuten. Es geht durch den nichttouristischen Teil von Kos-Stadt und vorbei an herrlichen Eukalyptuswäldern. Hier und da rattert das Teil schon mal durch ein kleines Schlagloch – schönen Gruß von der Bandscheibe. Aber ich komme unversehrt an und bin neugierig auf die vermutlich wichtigste Sehenswürdigkeit der Insel (Eintritt 7 EUR – Stand Juni 2018).

Foto: Tempel-Ruine im Asklipion - KHL

Der Asklipion wurde auf drei Ebenen errichtet, hier befanden sich Behandlungszentren und diverse Tempel. Die Terrassen sind durch Treppen miteinander verbunden und beherbergen imposante Säulen und Reste der Tempel. Ich klettere auf eine Mauer, schließlich mache ich fast alles für das beste Foto-Motiv. Von Weitem sehe ich eine junge Dame wild gestikulieren. Es dauert eine Weile bis ich realisiere, dass sie mich meint! Ich stehe auf einer antiken Mauer, und das geht nun mal gar nicht. Ich habe mir jetzt vermutlich den Zorn der Götter und ganz bestimmt den der jungen Dame zugezogen. Ich entschuldige mich artig und bewege mich von nun an ganz vorsichtig auf dem heiligen Gelände. 45 Minuten reichen hier, wenn man nicht gerade Archäologe oder Historiker ist. Mein kleiner Hochgeschwindigkeitszug wartet auch schon am Eingang und bringt mich zurück in die Stadt. Die Bandscheibe hat sich an die Schlaglöcher gewöhnt und gibt Ruhe.

Foto: Für diese Aussicht bin ich auf die antike Mauer geklettert - KHL

Strahlend blauer Himmel, viel Sonne … es ist lecker warm. Jetzt muss ich unbedingt ins Wasser. „Nimm am besten ein Taxi zum Fokas Beach, der wird Dir gefallen“, sagt PR-Dame Eirini. Dem Charme dieser hübschen Griechin bin ich längst erlegen, sie hat immer die besten Tipps parat und ist ein richtiger Schatz.

Schnell geduscht und ab ins Taxi, die Fahrt dauert 20 Minuten und kostet 20 EUR (Stand Juni 2018). „Agios Fokas“ steht es am Eingang der Bar, die über Treppen hinunter zum Meer führt. „Agios“ bedeutet Heiliger – keine Ahnung, warum ein Strand so genannt wird. Es ist schon 17 Uhr und der Strand ist ziemlich leer, herrlich.


Foto: Willkommen im Badeparadies! - KHL

Viel Meer vor mir, aber vorher sind die fiesen Kieselsteine zu überwinden. Also runter mit den Klamotten (bis auf die Badehose natürlich) und ab ins Wasser. Das Meer ist so klar und angenehm temperiert, dass mir ein lautes „wie geil“ entfährt. Hat hoffentlich niemand gehört – und wenn schon. Am liebsten würde ich bis zur Türkei schwimmen, aber Kondition und Zeitmangel sprechen dagegen. Also zurück zum Strand. Wenn da nur nicht diese Kieselsteine wären, die meine müden Füße nun so gar nicht mögen. Ich muss wohl mal öfter Kneipp-Kuren machen. Schnell noch ein Sonnenbad und ein Drink in der schicken Beach-Bar und ab ins Hotel.

Foto: Erst die Kieselsteine überwinden - KHL

Kann solch ein wunderbarer Tag besser enden als mit einem spektakulären Sonnenuntergang? Das Bergdorf Zia soll der beste Ort hierfür sein. Ich hätte einen Leihwagen mieten sollen, aber das ist jetzt zu spät. So nehme ich ein Taxi, das 20 Minuten braucht und 25 EUR (Stand Juni 2018) kostet. Alternativ hätte man den wesentlich preisgünstigeren Linienbus von Kos-Stadt nehmen können, der braucht allerdings auch 40 Minuten. Zia ist tatsächlich ein hübscher Ort, der allerdings den Sonnenuntergang sehr gut zu vermarkten weiß. Zig Touristen suchen schon nach den besten Plätzen für ihre Fotos. Ach ja, die Berge auf Kos erreichen bis zu 845 m Höhe - ist doch was, oder?

Foto: Hierfür allein lohnt sich der Besuch in Zia - KHL

Es gibt einige nette Cafés und Restaurants mit sogenannten „sunset view terraces“. Das schönste ist vielleicht das Oromedon. Den Platz an der Sonne sollte man möglichst früh einnehmen, die Nachfrage ist groß. Vorher kann man noch die Treppen zur Kirche Kimissis Tis Theotokou (ich sage ja, Griechisch ist kompliziert!)) steigen und in Erwartung der spektakulären Aussicht über Insel und Meer gleich etwas für die Fitness tun.

Foto: Griechischer Charme pur im Restaurant Oromedon - KHL

War das ein Tag! Ein Glas (griechischer) Wein auf der Terrasse im Lango Design Hotel & Spa ist der perfekte Abschluss. Gut, verpasse das vielgerühmte Nachtleben von Kos, aber erstens ist mir jetzt gar nicht mehr nach Clubs und zweitens kann man ja wiederkommen.

Klar, ich habe viel zu wenig Zeit gehabt, um weitere Orte kennenzulernen. Für ein paar heiße Tipps habe ich daher einige Einheimische (also Koer...) gefragt. Hier sind deren Empfehlungen:

Eirini Damani , Guest Relations Officer im Lango Design Hotel & Spa

Restaurant Barbouni

Mein Lieblingsrestaurant in Kos-Stadt ist das Barbouni. In diesem gemütlichen Restaurant gibt es eine Mischung aus moderner und traditioneller griechischer Küche.

Foto: Auf zum Lunch! - Restaurant Barbouni

Sitar Bar

Diese Bar ist berühmt für ihre besonderen Cocktails, die mit frischen Zutaten wie Kräutern, Gewürzen und Obst zubereitet werden. Die Musik reicht von Funk bis Soul - einfach perfekt für eine Cocktail-Bar.

Avra Bar

Kurz vor der Marina liegt dieses ganztägig geöffnete Café. Hier kannst Du Deinen morgendlichen Kaffee trinken oder ein Lunch genießen - am besten ist jedoch ein Drink am Abend an einem der Tische am Strand. Dazu gibt es coole Chillout-Musik.

Filitsa Gianniki , Rezeptionistin im Lango Design Hotel & Spa

Neratzia Castle

Ein Spaziergang am Meer und dem Neratzia-Schloss in Kos-Stadt und dabei eine hausgemachte Limonade und ein gutes Buch im Neratzia Café genießen.

Manolis Smalios, Fotograf

Für Fotos aller Art ist Manolis der richtige Mann. Schaut mal auf seine Facebook-Seite. Manolis hat auch die meisten Fotos für den ersten Teil meines Kos-Blogs gemacht.

Foto: Eine der Aufnahmen von Manolis Smalios am Lambi Beach

Restaurant La Strega

Genießen Sie italienische Pizza und Pasta oder auch hausgemachtes griechisches Essen im La Strega. Ein gemütliches, von der Besitzerfamilie geführtes Restaurant fast mitten im Zentrum von Kos-Stadt. Am besten nach Charlie fragen.

Lofaki Restaurant & Café

Ein Klasse-Restaurant auf einem Hügel (Lofaki bedeutet "kleiner Hügel"). Super für fantastische Sonnenuntergänge und eine unvergleichliche Aussicht über die Ägäis und benachbarte Inseln.

Foto: Dinner mit Aussicht - Manolis Smalios

Agios Stefanos

Ideal für einen langen Strandspaziergang im Ort Kefalos, gegenüber der kleinen Insel Kastri. Der Strand ist einer der schönsten der Insel.

Foto: Agios Stefanos und die Insel Kastri - Manolis Smalios

Kos-Stadt

Ein Spaziergang entlang am Hafen bis zur Palmen-Allee unter der Schloßbrücke. Sehenswert: die italienische Architektur des Gemeindegebäudes von Kos.

Foto: Kos-Stadt ist reich an Palmen - Manolis Smalios

Yoga zum Sonnenuntergang an einem unserer zahlreichen Strände

Foto: Yoga habe ich diesmal verpasst - dann beim nächsten Mal! - Manolis Smalios

Foto: Adio Kos! - Manolis Smalios


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