Cornwall - die Schöne am Atlantik

23.05.2018


Welcome to Cornwall! Soeben am putzigen Flughafen von Newquay gelandet, atmet man schon Meeresluft. „Sobald Du den Flieger verlassen hast, kannst Du schon in gut 20 Minuten an einem Strand sein“, sagt Jonathan, mein Fahrer und Reiseleiter für die kommenden Tage. Klingt gut! Mein Koffer kommt als zweiter auf dem Band an, das ist mir ja noch nie passiert. Binnen weniger Minuten bin ich aus dem Terminal. Draußen erwarten mich Sonne, blauer Himmel und eine frische Brise – zum Niederknien! Auf geht`s – eine der eindrucksvollsten Gegenden Großbritanniens will entdeckt werden!

Auf unserer Fahrt nach Constantine Bay bekomme ich einen ersten Eindruck von den herrlichen Buchten mit ihren Felsen und den weiten Sandstränden. Am liebsten möchte ich aus dem Auto springen und am Strand entlang spazieren, vielleicht schwimmen gehen… aber das könnte zu dieser Jahreszeit eine etwas kühle Angelegenheit werden.

Foto: St. Ivey`s Beach - KHL

Nach unserer spektakulären, 30minütigen Tour kommen wir in Martha`s Orchard an, einem hübschen Komplex von Luxus-Lodges und – Häusern mitten in der Natur und wenige Minuten von einem langen Sandstrand entfernt. Meine Lodge verfügt über drei Schlafzimmer (wo soll ich nur nächtigen…), ein elegantes Wohnzimmer mit komplett ausgestatteter Küche und ein Bad. „Wenn Du magst, steig heute Abend in den Whirlpool. Wir bringen Dir gerne ein Gläschen Champagner!“ sagt Rob, der sympathische Manager der Luxus-Anlage. Ist doch ein Angebot! Aber zuerst bin ich heiß darauf, die Gegend zu erkunden. Ein gut sortierter Supermarkt (mit exzellenter Weinabteilung) befindet sich wenige Gehminuten entfernt. Von dort ist es nur noch ein kurzer Spaziergang zur Constantine Bay mit spektakulärem Strand, eingerahmt von viel Grün und bizarren Felsen.

Foto: Constantine Bay in der Dämmerung - KHL

Keine Hochhäuser, keine Kitschläden, kein Starbucks oder MacDonald`s – einfach nur schön! Ganz tief durchatmen. Ich spaziere weiter an der Küste entlang, hoch über dem Meer. Ein paar Menschen kommen mir entgegen und grüßen freundlich. Kein Wunder, die sind hier alle tief entspannt. Und schon folgt die nächste Bucht – Treyarnon Bay. Wieder ein unglaubliches Panorama. Ich entdecke einige Surfer (Cornwall ist ein Paradies für Wassersportler), sonnenhungrige Urlauber am Strand und ein kleines Café/Bistro hoch über dem Meer, das zu einer Jugendherberge gehört. Zeit für einen Kaffee und einen Snack! Das YHA Treyarnon ist sicherlich nicht das schickste Café, aber super für einen Espresso und ein Sandwich – und mit einer unglaublichen Aussicht! Freche Krähen gesellen sich zu mir, um Krumen zu ergattern. Als Gegenleistung lassen die sich sogar aus nächster Nähe fotografieren. Coole Vögel.Ich sitze noch eine ganze Zeit hier und sauge einfach alles in mich auf – LIFE IS GOOD!

Foto: Einfach hinsetzen und nur schauen - Treyarnon Bay - KHL

Foto: Ein Paradies nicht nur für Surfer - Treyarnon Bay - KHL

Foto: Mein Freund die Krähe - KHL

Zeit für einen kleinen Ausflug mit dem Auto. Es dauert etwas bis ich realisiert habe, dass ich in England bin und als Beifahrer auf der linken Seite einsteigen muss. Und beim Überqueren der Straße immer schön erst nach rechts schauen, auch wenn hier wenig Verkehr herrscht. Mein Fahrer Jonathan drückt mir ein paar Landkarten in die Hand. „Wir drucken jedes Jahr über 300.000 Karten, die die Gäste kostenlos erhalten. Auf diesen Karten findest Du alles, was Du als Urlauber brauchst – wo gibt es Geldautomaten, hundefreundliche Strände, Wanderwege und hübsche Geschäfte. Die Karten können auf freemapsofcornwall heruntergeladen werden.“ Er breitet eine Karte von Nord-Cornwall aus und zeigt mit dem Finger auf Boscastle, unser nächstes Ziel. In 45 Minuten sind wir in dem hübschen Ort, die Fahrt ist wunderbar. Bepflanzte Mauern, die wie Hecken aussehen. Cornwall ist so grün – und zu meiner Freude hat es auch reichlich Palmen, meine absoluten Lieblingsbäume. Boscastle ist einer dieser typischen und authentischen (man kann den so oft benutzten Ausdruck fast schon nicht mehr hören, aber hier trifft er voll und ganz zu) Orte in Cornwall. Kleine Ziegelhäuser, ein paar Cafés und Geschäfte und ein herrlicher Pfad, der am kleinen Fluss entlang zur spektakulären Küste mit gigantischen Felsen führt. Wow!

Foto: Idylle in Boscastle - KHL

Das Riverside Inn ist vermutlich die beste Wahl für ein Mittag- oder Abendessen. Bei schönem Wetter sollte man sich in den Garten hoch über dem Fluss setzen. Gutes, leckeres Essen ohne Schnickschnack. Fisch und Meeresfrüchte stammen aus lokalen Fängen. Sehr lecker: die Käseplatte zum Nachtisch – und wieder alles aus lokaler Produktion. Gefällt mir! Ich entdecke eine Uhr, die die Facebook-Fans des Riverside Inn zählt. Natürlich bekommt das Haus direkt mein „Like“ – und schwupps sind wir bei 2975 Fans!

Foto: Lunch inmitten herrlicher Natur - The Riverside Inn

Nach dem wunderbaren Abendessen schlafe ich wie ein Baby in Martha`s Orchard. Alles ist so ruhig, und man spürt die Nähe des Meeres, herrlich. Am folgenden Morgen bereite ich mir ein umfangreiches Frühstück zu, natürlich mit den leckeren Scones und der „whipped cream“. Nicht unbedingt ein Schlankmacher, aber lecker! Und schließlich muss ich mich für den Tag auf dem Meer stärken. Heute wird der Stadtjunge mal nur Natur genießen!

Foto: Frühstück in der eigenen Küche in Martha`s Orchard - Jonathan Cooksley

Foto: Themen-Handtücher und - Kissen in Martha`s Orchard - KHL

In nur zehn Fahrminuten sind wir in Padstow, einem weiteren charmanten, sehr typischen Städtchen. Das knallrote Speedboat von Padstow Sealife Safaris bringt unsere kleine Gruppe vom Camel Estuary direkt auf das offene Meer – in der Hoffnung, einige der Meeresbewohner zu Gesicht zu bekommen. „Denkt dran, dies ist eine Meeressafari, kein Zoobesuch“, sagt Dominic, unser Reiseleiter auf dem Meer. Alles klar! „Wir fahren auch nicht zu nah an die Tiere heran, um sie ja nicht zu stören.“ Das gefällt dem Tierfreund! Also besser eine Kamera mit gutem Tele mitbringen. Auf den Felsen sitzen Scharen von Kormoranen, Austernfischern und andere Seevögel. Cornwall ist ein Paradies für die gefiederten Gesellen – und natürlich auch für Vogelbeobachter.

Foto: Ein Fischer grüßt von seinem Boot - KHL

Hier und da streckt ein neugieriger Seehund seinen Kopf aus dem Wasser. Fotos müssen blitzschnell gemacht werden, denn die Tiere tauchen ruckzuck wieder ab und an völlig anderer Stelle wieder auf. Man kann es auch so sagen: die Touris werden ganz schön vernatzt.

Foto: Da ist er, der putzige Seehund - Padstow Sea Life Safaris

Was für eine tolle Überraschung – sogar ein paar Papageitaucher („puffins“) lassen sich blicken. Diese bunten Vögel sehen irgendwie aus als würden sie weinen, ich kann mir nicht helfen. Sie jagen ständig Sandaale für sich und ihren Nachwuchs, können sehr tief tauchen und vor allem schnell fliegen. Irre Viecher!

Foto: Gleich taucht er ab, der Papageitaucher - Padstow Sea Life Safaris

Ein Fischerboot fährt vorbei – der Fischer winkt uns mit einem kapitalen Hummer in der Hand zu. Trotz intensiver Suche an diesem leicht nebligen Tag sichten wir weder Delfine noch Hammerhaie (deren Saison hat noch nicht so richtig begonnen). Dafür gibt es noch ein paar Seehunde zu bewundern, die auf den Felsen dösen. Und ja … eine Safari ist kein Zoobesuch, das weiß ich nur zu gut aus meiner Zeit als Reiseleiter in Kenia. Der Ausflug endet mit einem kurzen Stopp an der neuen, durch Spenden finanzierten „Padstow Lifeboat Station“, wo größere Rettungsboote bei Bedarf ins Meer gelassen werden.

Zurück in Padstow bummele ich noch etwas durch die romantischen Gassen dieses Fischerdorfes, das mit seinen vielen Boutiquen, Cafés und Restaurants zu einer regelrechten Touristenattraktion geworden ist. Die für Cornwall so typischen „Pasties“ muss ich natürlich auch probieren – mit Fleisch oder Gemüse gefüllte Blätterteigpasteten – vegetarische Variante bevorzugt!

Foto: Cornwall-Idylle pur in Padstow - Jonathan Cooksley

Zeit fürs Lunch! Mit der Fähre oder per Auto gelangt man von Padstow nach Rock auf der anderen Seite der Bucht. Rock besteht aus ein paar sehr schicken Häusern, ein paar Geschäften, Restaurants und Cafés. Das Blue Tomato Café ist eines davon. Wie beschreibt man dieses coole Bistro am besten? Charmant, voll mit Kunst, witziger Deko und … hundefreundlich!

Das Essen hier ist super, es gibt einige vegetarische Gerichte und sehr guten Kaffee. Die meisten Zutaten kommen aus der Region, ein weiteres Plus. Das Blue Tomato wird von zwei jungen Typen geführt, die sicherlich ein Teil des Erfolgs dieses Cafés sind. Ich lerne Matt kennen – ein richtiger Showman, der seine Gäste um den Finger wickelt.

Foto: Immer bestens gelaunt - Matt vom Blue Tomato Café - KHL

Im Frühjahr schließt das Blue Tomato schon um 17 Uhr, im Sommer dann erst um 21 Uhr. Also nächstes Mal im Sommer hierhin – ich stelle mir vor, wie wunderbar die Aussicht am frühen Abend ist. Ach ja – in Rock kann man hier und da auch schon mal den einen oder anderen Promi sichten. Starkoch Gordon Ramsay hat hier direkt zwei Häuser gekauft – nun ja, der Mann ist ja auch nicht gerade arm. Und ich habe mir sagen lassen, dass hier manchmal sogar die jüngeren Mitglieder aus dem englischen Königshaus gesehen werden – psssst, nicht weitersagen!

Foto: Wer kann da widerstehen? - Blue Tomato Café

Ich bin nun für mein nächstes Abenteuer startklar – Kajak fahren auf dem Meer
(auf Neudeutsch „sea kayaking“). Cornwall ist ein wahres Paradies für Sports- und Naturfreunde. Auf geht`s zur Camel Ski School. „Muss ich wirklich einen Neoprenanzug anziehen?“ frage ich die junge Dame. „Du wirst definitv nass, also zieh ihn besser an.“ Die Landratte gehorcht und pellt sich in das enge Ding – das muss das erste Mal in meinem Leben sein, dass ich so ein Teil anziehe. Und die nächste Peinlichkeit folgt auf dem Fuße. „Du hast den Anzug falsch herum angezogen, der Reissverschluss muss nach hinten.“ Darf man niemandem erzählen, oder? Dann ist es endlich soweit, ich kann mein Bötchen besteigen.

Foto: Auf geht`s zur kleinen Kirche - Jonathan Cooksley

Ben erklärt mir, wie ich nach links und rechts paddeln muss. „Siehst Du die kleine Kirche am Horizont? Das ist Dein heutiges Ziel. Wir holen Dich da mit dem Motorboot ab.“ Alles klar, auf geht`s. Paddeln ist ziemlich leicht und eine ganz gute Übung für den Bizeps. Natürlich kommt hier und da ein Wasserschwall in mein Boot bzw. auf meine nackten Füße, die Temperatur ist wesentlich wärmer als ich dachte. Macht richtig Spaß! Ich habe das Kirchlein fest im Blick. Als ich näher komme, entdecke ich einen Friedhof direkt daneben. Ist das etwa ein Omen? Ich will`s nicht hoffen, drehe schnell nach links ab und klettere in das Boot, das schon wartet. Eine spritzige Tour entlang der Küste ist die Belohnung für meine sportliche Aktivität. Aus der Landratte wird hier noch ein richtiger Seebär! Übrigens kann man in der Camel Ski School auch Wasserski, Wakeboarding, Stand-up Paddling und andere Sportarten lernen bzw. ausüben, aber ich lasse es mit dem Paddeln erst mal gut sein. Danke, Ben – und bis bald in Cornwall, in das mich jetzt schon verliebt habe.

Foto: Danke für die tolle Tour, Ben! - Jonathan Cooksley

Zurück in Martha`s Orchard freue ich mich auf eine Dusche und ein Bad im Whirlpool unter freiem Himmel (der gehört zu meiner Lodge). Was für ein wunderbarer Tag! Und ein paar weitere kommen ja noch.

Foto: Martha`s Orchard in der Dämmerung - Jonathan Cooksley

Wie schon erwähnt ist Cornwall eine sehr beliebte Destination für TV-Shows und Filme. Hierüber und über weitere Sehenswürdigkeiten berichte ich in meinem nächsten Blogbeitrag, aufgepasst!

Wie kommt man nach Cornwall?

Viele deutschsprachige Besucher kommen mit dem eigenen Auto oder per Reisebus.

Darüber hinaus gibt es im Sommer Direktverbindungen mit Eurowings ab vier deutschen Flughäfen – schneller geht`s nicht. Ich bin mit Flybe über Birmingham geflogen – ist ganz ok, dauert aber natürlich viel länger.

Foto: Die spektakuläre Küste bei Boscastle - KHL


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