Cascais & Estoril: Zwischen Fischerdorf-Charme und Spionage-Glamour
James Bond, Spione & Königsfamilien: Meine Reise durch Cascais & Estoril mit Restaurant-Tipps, Stränden und Hotelempfehlungen.

Auf nach Cascais
2015 war ich zum ersten Mal in Cascais (wird „Kaschkaisch“ ausgesprochen). Seinerzeit hat es mir sehr gut gefallen, sodass es im Juni 2026 Zeit für einen erneuten Besuch war. Kaum zu glauben – zu diesem Zeitpunkt wurde Mitteleuropa von einer Hitzewelle erfasst, die mich in Cascais verschont hat. Die angenehmen sommerlichen Temperaturen und vor allem die etwas kühlen Abende habe ich sehr genossen.

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Die Küste von oben sehen
Ein Helikopterflug mit Portugal Helicopters war ein fantastischer Start meiner Reise. Die Station befindet sich in Alges, etwas nördlich von Lissabon. Bei strahlend blauem Himmel wurde ich als einziger Passagier in einem hochmodernen Hubschrauber über die eindrucksvolle Küste im Norden Lissabons geflogen und geriet in einen wahren Fotorausch. Hinter mir lag die berühmte Brücke 25 de Abril, die sehr an die Golden Gate Bridge in San Francisco erinnert, und vor mir die Küste mit ihren malerischen Orten und den Bergen im Hintergrund. Kurzum – ein perfekter Auftakt für eine wunderbare Reise!



Diese und viele andere Flüge kannst Du direkt über Portugal Helicopters buchen – das lohnt sich!
Nach einem köstlichen Fischessen im Eduardo das Conquilhas habe ich im Vier-Sterne-Hotel Vila Galé in Estoril eingecheckt. Über dieses Haus berichte ich später noch.
Estoril – viel Glanz von gestern
Das traditionsreiche Estoril geht sozusagen nahtlos in Cascais über, wobei mir der letztgenannte Ort noch besser gefallen hat. Folgende Aktivitäten lohnen sich in Estoril:
1) Bummel durch den Park des Casinos, das als größtes Europas gilt. Abends wird es spektakulär beleuchtet. Wenn Du wie ich kein Spielertyp bist, kannst Du in der Bar einen Drink genießen oder Dir eine Show anschauen.

2) Ein Spaziergang entlang der Strandpromenade von Estoril ist natürlich ein Muss. Die zum Teil in die Jahre gekommenen Gebäude lassen erahnen, warum der Ort in den 50er Jahren bei der High Society sehr beliebt war.

3) James Bond und Estoril
Das ehrwürdige Palácio Estoril Hotel & Golf wurde 1930 erbaut und verfügt über eine äußerst spannende Geschichte. In den 50ern gingen hier internationale Spione (es sollen bis zu 3.000 in Estoril gewesen sein) ein und aus – so auch Ian Fleming, der hier seine berühmte Filmfigur James Bond in Anlehnung an den Spion Popov erfand. 1953 entstand hier der erste James-Bond-Roman „Casino Royale". 1968 wurde hier „Im Geheimdienst ihrer Majestät" gedreht, und natürlich wohnten die Hauptdarsteller George Lazenby und Diana Rigg im Palácio Estoril.

Ich habe mir in der Hotelbar („Old School") einen Kaffee gegönnt, der von einem zuvorkommenden Kellner mit viel Stil standesgemäß serviert wurde. Für meinen doppelten Espresso und ein Wasser, das mit einem für Portugal so typischen Pastel de Nata serviert wurde, habe ich 8,50 EUR bezahlt. Auf der Düsseldorfer Königsallee zahle ich fast das Doppelte. Anschließend habe ich mir die vielen Fotos von gekrönten Häuptern, Filmstars und SängerInnen angeschaut, u.a. von Grace Kelly, Diana Ross, Joan Báez und Gina Lollobrigida. Der Besuch des kleinen Museums lohnt ebenfalls. Übrigens gehört auch ein ganz hervorragendes Wellnesszentrum zum Palácio Estoril.


Hoteltipp: Vila Galé Estoril
Das bereits erwähnte Vila Galé Estoril liegt direkt nebenan. Hier habe ich mich sehr wohlgefühlt, was an netten MitarbeiterInnen, einem guten Frühstück und einem schönen Poolbereich lag. Die Aussicht von meinem komfortablen Zimmer aus bis hin zum Meer war grandios.


Mit dem Zug nach Cascais
Vom Vila Galé sind es nur wenige Gehminuten bis zum historischen Bahnhof von Estoril. Hier verkehren Züge nach Lissabon und nach Cascais, das in nur wenigen Minuten in einer Fahrt am Meer entlang erreicht wird (Ticket 2,00 EUR pro Fahrt – Stand Juni 2026). Alternativ kannst Du über die Strandpromenade in 20 bis 30 Minuten nach Cascais bummeln – oder Du nimmst Dir für ca. 6 EUR (Stand Juni 2026) ein Taxi.

Buntes Treiben auf dem Markt von Cascais

Gleich in der Nähe des Bahnhofs Cascais befindet sich die riesige, sehenswerte Markthalle. Neben vielen lokalen Produkten und natürlich allerlei Meeresgetier gibt es hier auch einige moderne Restaurants und Bars sowie eine bei Einheimischen sehr beliebte hübsche Innenterrasse mit Kunstgewerbeständen. Der Markt öffnet bereits um 6.30 Uhr. Bis 14 Uhr schließen die Stände.


Glanz und Gloria in einem ehemaligen Fischerdorf
In Cascais, einst Sommerresidenz der portugiesischen Königsfamilie und Treffpunkt der europäischen High Society, erwarten Dich zahlreiche Prachtbauten. Gleichzeitig hat sich der Ort mit seinen ca. 35.000 Einwohnern seinen Charme als Fischerdorf bewahrt. Lass Dich einfach durch die vielen Gassen mit ihren Boutiquen, Cafés und Restaurants treiben. Hier und da kannst Du sogar Street Art bewundern.

Die Marina von Cascais – gelungener Mix aus Alt und Neu
Vom Zentrum Cascais' erreichst Du in wenigen Gehminuten die sehenswerte Marina mit zahlreichen Luxusboutiquen und Restaurants. Nicht zu übersehen ist die Zitadelle aus dem 16. Jahrhundert hoch über der Marina. Einst diente sie u. a. als Sommerresidenz der königlichen Familien und kann heute besichtigt werden.

Innerhalb der mächtigen Mauern befinden sich ein Fünf-Sterne-Hotel der Pestana-Kette (in dem ich 2015 logiert habe…), ein „Art District" mit Galerien und Cafés. Ein Besuch lohnt sich, auch wegen der schönen Fotomotive. Eine Gedenktafel neben der Statue von König Carlos I erinnert daran, dass Cascais als erste Stadt in Portugal über Elektrizität (1878) verfügte. Übrigens fand hier auch das erste Tennisturnier überhaupt statt.

Museen in Cascais
Die Geschichte von Cascais und Estoril kannst Du wunderbar im kleinen Museum („Museu da Vila") nachvollziehen, das sich im Erdgeschoss des Rathauses direkt im Zentrum befindet. Der Eintritt ist kostenlos. Gleich nebenan befindet sich das schicke Infozentrum von Turismo Cascais mit einem „Workspace" (gegen Gebühr) für digitale Nomaden, bei denen Portugal inzwischen sehr beliebt ist. Cascais verfügt über zahlreiche weitere Museen. Schau mal auf diese Seite.

Kurios: Inês von Turismo Cascais erzählt, dass die Polizei in den prüden 50ern gelegentlich die Länge der Badeanzüge der Damen nachmaß. Zu kurze Röcke wurden bestraft, unglaublich. Mit dem Einzug der vielen Schönen und Reichen hat sich das natürlich grundlegend geändert.


Der Duke of Windsor (abgedankt als König Edward VIII., auch bekannt als „Traitor King") fand Zuflucht in Lissabon und Cascais, nachdem seine Spionage für Deutschland vor dem 2. Weltkrieg bekannt wurde. Was sich nicht alles in Cascais abgespielt hat!
Instagram-Spot in Cascais
Die berühmteste Ansicht von Cascais ist die des 1868 erbauten Leuchtturms mit dem Museum Santa Marta, gleich hinter der Marina. Touristen säumen den Weg, um das beste Instagram-Foto dieser malerischen Gegend zu erhaschen. Das Museum zeigt die Geschichte der zahlreichen Leuchttürme Portugals. Über eine Wendeltreppe gelangst Du auf den 36 Meter hohen Leuchtturm mit den besten Aussichten.



Küste und Ausflüge
Nur gut zwei Kilometer vom Zentrum entfernt befindet sich der Höllenschlund Boca de Inferno, eine vom Meer unterspülte Steilküste. Bei Flut werden die Wellen in die senkrechten „Felsschlote" gepresst und weit nach oben an Land geschleudert – ein wahrhaft atemberaubendes Schauspiel! Tipp: Besuche die Boca de Inferno kurz vor Sonnenuntergang.

Mit dem Leihwagen bin ich in ca. 20 Minuten zum Cabo da Roca gefahren, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlands. 140 Meter über dem Meeresspiegel thront hier der Leuchtturm, der zweitälteste in Portugal. Bei meinem Besuch wehte ein sehr kräftiger Wind. Teilweise hatte ich Probleme, Fotos zu machen.


Die imposanten Felsen konnte ich dann doch noch einfangen und über die zahlreichen Wege spazieren, um atemberaubende Aussichten zu genießen. Tipp: Ein paar Kilometer vom Cabo da Roca befindet sich die Mühle Moinho Dom Quixote mit Restaurant, das über eine malerische Terrasse mit fantastischem Blick bis zum Meer verfügt – auf keinen Fall verpassen!


Essen und Trinken in Cascais
Natürlich bietet Cascais zahlreiche Restaurants aller Couleur. Die vielen portugiesischen Restaurants bieten vor allem Fisch und Meeresfrüchte an. Für Abwechslung sorgen einige italienische und asiatische Restaurants. Nachfolgend ein paar ganz persönliche Tipps:
Das traditionsreiche Eduardo das Conquilhas im Ortsteil Parede ist ein Paradies für Fisch- und Seafood-Liebhaber. Für Vegetarier ist es nicht geeignet.
Gleiches gilt für das schicke Furnas do Guincho , direkt am Meer etwas außerhalb von Cascais gelegen. Hier habe ich ein Curry mit Meeresfrüchten und vor allem die Aussicht auf den nahegelegenen Atlantik genossen.

Auch in der kleinen, sehr angenehmen Seafood-Bar Sr. Manuel in der belebten Rua Afonso Sanches gibt es viel vom Meer. Nach all den Meeresfrüchten habe ich hier nach einem vegetarischen Gericht gefragt und bekam ein köstliches Gemüse-Risotto.
Sehr gut hat mir das Casa do Largo im hübschen Parque Marechal Carmona gefallen. Eine sehr einladende Terrasse, aufmerksamer Service und ein köstlicher Salat haben mich begeistert. Im Park laufen glückliche Hühner frei herum. Während einer Pause auf einer Bank haben mich gleich drei „besucht“ – vermutlich in der Hoffnung, etwas Essbares von mir zu ergattern.

Der Park ist eine Oase der Ruhe mit zahlreichen Pflanzen. Er beherbergt auch zwei Museen,
das Museum Condes de Castro Guimarães und das Museum Cascais. Beide bieten einen Einblick in die lokale Geschichte und Kultur.


Für Vegetarier/Veganer und Liebhaber der gesunden Küche empfiehlt sich das Honest Greens direkt am Bahnhof in Cascais. Sehr hip mit jungem Personal, einer schönen Terrasse sowie köstlichen Gerichten aus frischen, meist Bio-Zutaten. Daumen hoch!

Kaffeegenuss in Cascais und Estoril
Cafés und Eisdielen sind vor allem in Cascais zahlreich vertreten und auch am späten Abend noch sehr beliebt. Mein Favorit war das kleine, trendige Euphoria Coffee & Brunch in der bereits erwähnten Rua Afonso Sanchez. Bester Espresso und eine gute Auswahl an (auch vegetarischen/veganen) Sandwiches!

Das Nata im Zentrum von Cascais bietet die berühmten Pasteis de Nata in verschiedenen Varianten an und hat eine hübsche kleine Terrasse. Die besten Pasteis soll es allerdings in den Niederlassungen der Manteigaria geben. Die habe ich nicht mehr probiert, nachdem ich wieder einmal zu viel Süßes gegessen hatte.

Natürlich musste ich auch das traditionsreiche Garrett in Estoril testen, zumal es sich direkt gegenüber dem Vila Galé befindet. Das Garrett gibt es bereits seit 1934. Die Pancakes in allen möglichen Varianten sind hier einfach eine Wucht.
Tipp für Naschkatzen: Probier die sündhaft süßen Maravilhas, die Spezialität des Hauses.

Strände in und um Cascais
Direkt im Zentrum von Cascais findest du die beliebten Stadtstrände Praia da Conceição und Praia da Duquesa. Mit ihrem goldenen Sand und ihrem ruhigen Wasser sind sie perfekt für Familien geeignet. Ein besonderes Highlight ist die kleine Praia da Rainha, einst der Privatstrand von Königin Amélia. Mit seinem türkisfarbenen Wasser ist er zwar malerisch schön, in der Hochsaison jedoch oft überfüllt.

In Estoril ist die Praia do Tamariz, ein langer Sandstrand vor dem Casino Estoril, sehr beliebt. Auch hier ist das Wasser ruhig. An der Promenade findest Du einige Restaurants mit schönen Terrassen. Bei Ebbe entstehen hier natürliche Schwimmbecken – ideal für Familien.
Surfer und alle, die es etwas wilder mögen, finden an der breiten Praia do Guincho (gut 15 Fahrminuten von Cascais entfernt) mit ihren starken Wellen und Winden ihr Paradies. Für Kinder ist dieser Strand in eindrucksvoller Landschaft nicht sonderlich geeignet, auch wegen der recht kühlen Wassertemperaturen. Ab Cascais bringen dich Linienbusse zur Praia do Guincho.


Tipp: Wandere bequem auf dem Naturpfad durch die Dünen und genieße die Aussicht auf die Hügel der Sierra de Sintra.

Ich habe noch einen Blick ins 5-Sterne-Hotel Fortaleza de Guincho geworfen, das aus einer ehemaligen Festungsanlage (eine von vielen an der Küste Lissabons) hervorgegangen ist. Von außen wirkt diese Luxusherberge nicht zu einladend; ihr Charme entfaltet sich jedoch im Inneren, mit einer schicken Lobby und einem Restaurant direkt am Meer.

Tipp von einer Einheimischen
Inês Oliveira, Press & PR Manager von Turismo Cascais, empfiehlt eine neu aufgelegte Bootstour von Cascais zum legendären Bugio-Leuchtturm, wo Du auch eines der zahlreichen Forts an der Küste besichtigen kannst. Hier fließt der gigantische Tejo in den Atlantik, sehenswert! Weitere Infos findest Du bei Aquastart.

Übernachten in Cascais und Umgebung
Ein paar Hotels wie z.B das Vila Galé Estoril habe ich bereits erwähnt. Wenn Du etwas Besonderes suchst, ist das Farol etwas außerhalb von Cascais eine gute Wahl. Direkt am Meer gelegen bietet dieses mit fünf Sternen dekorierte Boutiquehotel viel schrille moderne Kunst, die genau meinen Geschmack getroffen hat.



Für alle, die (fast) mitten im Geschehen übernachten möchten, ist das kleine Villa Cascais Boutique Hotel in einer alten Villa eine gute Wahl.

Anreise nach Cascais
Der nächstgelegene Flughafen ist Lissabon, ca. 36 km von Cascais entfernt. Mit Metro und Zug gelangst Du in ca. 90 Minuten nach Cascais. Mit dem Taxi geht es wesentlich schneller, ist aber auch um einiges teurer. Auf meiner Rückreise habe ich 45 EUR gezahlt. Der Hinweg ab Lissabon Airport soll wesentlich mehr kosten.
Mein Fazit
Über 10 Jahre nach meinem ersten Besuch hat mich Cascais erneut verzaubert – und das, obwohl (oder gerade weil) der Ort seinen Fischerdorf-Charme trotz all des Glanzes bewahrt hat. Diese Mischung aus royaler Geschichte, Spionage-Nostalgie und entspanntem Küstenleben macht die Region einfach besonders.


Für Alleinreisende ist Cascais ideal: überschaubar, sicher, mit kurzen Wegen und genug kulturellen wie kulinarischen Anknüpfungspunkten, um schnell ins Gespräch zu kommen. Paare finden hier romantische Ecken wie die Praia da Rainha oder den Sonnenuntergang an der Boca do Inferno sowie stilvolle Hotels wie das Farol. Und auch Familien kommen auf ihre Kosten – die Stadtstrände, der Park mit den freilaufenden Hühnern und die kurzen Distanzen machen die Region auch mit Kindern gut bereisbar.

Ob Du nun auf den Spuren von James Bond wandelst, Dich durch die Markthalle isst oder einfach am Meer entlangschlenderst – Cascais und Estoril lohnen sich für jeden Reisetyp. Ich komme garantiert wieder.

Ein weiteres Highlight war mein Tagesausflug nach Sintra, einem der attraktivsten Orte Portugals. Über diese Exkursion berichte ich in einem weiteren Artikel.

Cascais lässt sich wunderbar mit einem Aufenthalt in Lissabon verbinden. Meine Tipps für die Alfama, die Altstadt der portugiesischen Hauptstadt, findest Du hier.

*Meine Reise wurde von Turismo Cascais unterstützt. Dies hat meine Bewertungen jedoch in keiner Weise beeinflusst.*
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