Grandezza und eine unschlagbare Kulisse - das Suvretta House in St. Moritz

08.10.2017

St. Moritz – was weckt dieser Name nicht alles an Assoziationen. Refugium der Reichen und Schönen (Madonna war hier, Robbie Williams, und selbst Mutti Merkel hat ein paar Runden auf den Loipen gedreht), Wintersport-Veranstaltungen von Weltrang (St. Moritz hat als einziger Ort der Welt zwei Olympische Winterspiele ausgetragen) und natürlich die imposante Bergwelt des malerischen Engadins. Aber nicht nur das – hier entstanden auch das erste elektrische Licht und die erste Skischule in der Schweiz. Und das sind nur zwei Beispiele. Eigentlich verdankt St. Moritz seine Bedeutung den uralten Heilquellen, was heute kaum bekannt ist. Und natürlich verfügt der auf über 1.800 m gelegene Nobel-Ferienort über einige traditionsreiche Luxushotels. Eines davon, das historische Suvretta House, möchte ich Ihnen heute vorstellen.


Foto: So märchenhaft sieht das Suvretta House im Winter aus!

Sightseeing mit der Rhätischen Bahn

Schon die Fahrt mit der knallroten legendären Rhätischen Bahn von Chur nach St. Moritz ist spektakulär. Zwei Stunden zockelt der komfortable Zug vorbei an saftigen Almen, grünen Flüssen und durch malerische Bergdörfer. Laptop und Smartphone beiseitelegen und einfach nur die Aussicht aus dem Fenster genießen! Ab Thusis gehört die Strecke sogar zum UNESCO-Welterbe (als weltweit eine von nur drei Eisenbahnlinien) – auf insgesamt 122 km mit 196 Brücken und 55 Tunneln!


Foto: Entspannen und einfach nur genießen - die Fahrt mit der Rhätischen Bahn!

Am Bahnhof St. Moritz erwartet mich der Fahrer des Hotels mit einem interessanten Oldtimer – ich bin begeistert. Eine sehr attraktive Blondine in schwarzem Mini, mit viel Bling-Bling und auf mörderischen High Heels stolziert zum Bahnhof – genauso habe ich mir die Damenwelt hier vorgestellt. In wenigen Wochen wird die Schöne vermutlich einen dicken Pelzmantel tragen. Aber sind das nicht alles nur Vorurteile? Wir fahren durch die Ortsmitte und innerhalb weniger Minuten habe ich alle Luxusmarken dieser Welt erblickt, Wahnsinn. Aber ich konzentriere mich mehr auf die Bergwelt – Schweiz par excellence.

Foto: Mal ein ganz anderes Taxi.

Zimmer mit Aussicht

Nach kurzer Fahrt haben wir das Suvretta House erreicht. Wow – ein schloßähnliches Gebäude hoch über St. Moritz, das zu den "Leading Hotels of the World" gehört und sich seit 6 Generationen in Familienbesitz befindet. Der Blick verschlägt einem den Atem. Im Suvretta House werde ich von der charmanten Frau Egli begüßt, die zusammen mit ihrem Gatten Peter dieses wunderbare Haus führt. Auf die beiden komme ich noch zu sprechen. Ich bekomme einen klobigen großen Zimmerschlüssel (ganz wie in alten Zeiten) und werfe schon mal einen Blick in die heimelig-elegante Lobby mit ihrer grandiosen Aussicht auf die Berge.

Foto: Blick aus meinem Zimmer - nicht schlecht, oder? - KHL

Frischluft für die Nachtruhe

Mein Zimmer ist ein Traum. Alles neu und ohne Schnickschnack. Elegant und gleichzeitig gemütlich. WLAN funktioniert tadellos und ist kostenfrei (immer wieder wichtig für einen Blogger...). Am Ausblick aus meinem Fenster auf Berge und See kann ich mich gar nicht sattsehen. Ist schon ein schönes Ländle, diese Schweiz. Ich lasse das Fenster in der Nacht geöffnet – es ist totenstill und die frische Luft ist einfach eine Wohltat. Beste Voraussetzungen für eine wunderbare Nachtruhe!

Foto: Tiefschlaf garantiert! - KHL

Frühstücks-Freuden im Suvretta House

Wie immer freue ich mich auf das Frühstück. Mit den Jahren bin ich vom Langschläfer zum Frühaufsteher geworden. Na ja, so früh stehe ich nun auch wieder nicht auf. Das Frühstück ist für mich die wichtigste Mahlzeit des Tages. So bin ich auch der erste Gast in der gemütlichen Suvretta-Stube, in der ein opulentes Buffet auf die Gäste wartet. Wie immer beginne ich mit frischem Obst. Als ich mir gerade die ersten Orangenscheiben auf den Teller legen will, steht auch schon einer der freundlichen Kellner neben mir und deutet an, dass er das für mich machen möchte. Ich hätte es ja gerade noch geschafft, aber so schön wie er könnte ich das Obst nun doch nicht auf dem Teller drapieren. Mille grazie! Die meisten Kellner hier sind Italiener, da sie in der Schweiz viel mehr verdienen als in ihrer Heimat. Ich könnte jetzt noch von dem fantastischen Brot, den vielen Käsesorten (tja, wir sind ja in der Schweiz) und dem köstlichen Espresso schwärmen, aber ich bringe es mal auf den Punkt: eine wunderbare Frühstücks-Atmosphäre ohne Lärm und Geschirr-Geklapper, mit perfektem Service und einer herrlichen Aussicht. Herz, was willst Du mehr?

Foto: Breakfast Paradise! - KHL

Fit for Fun

Zeit für Spa und Gym. Ingried (schreibt sich tatsächlich mit „ie“) startet mit einem wunderbaren Fuß-Peeling („Das öffnet den Körper für die Behandlung“), bevor all die Verspannungen im Nacken und Rücken gelöst werden. Als Öl wähle ich die Mischung aus Zitronengras und Wacholder - Anwendung natürlich nur äusserlich ;-) – wie das duftet! Wir plaudern noch über Gott und die Welt, bevor ich mir das Hallenschwimmbad und den Fitness-Raum anschaue. Mein Workout mache ich später – sehe aber schon mit einem Blick, dass hier alles vorhanden ist was ich so benötige. Bin ja weiß Gott nicht Arnold Schwarzenegger, aber gewisse Ansprüche stelle auch ich an eine Mucki-Bude!

Foto: Ein paar Bahnen ziehen und die Aussicht genießen!

Ein Blick hinter die Kulissen des Suvretta House

Während einer sehr interessanten Hotelführung, die uns hinter die Kulissen des Suvretta House blicken lässt, erfahren wir viel Interessantes von Peter Egli, dem charismatischen Hoteldirektor. Er und sein Frau Esther entsprechen dem Idealbild von Schweizer Hoteldirektoren. Elegant, charmant, diskret und perfekte Gastgeber - bewundernswert. Wir erfahren, dass das Suvretta House 1912 eröffnet wurde, eine Verbindung nach England hat (daher auch „House“) und einen Room-Service rund um die Uhr bietet. In der hauseigenen Bäckerei entstehen täglich 50 verschiedene Backwaren, und beim Anblick der Patisserie meldet sich schon wieder mein (fast) ständiger Hunger auf Süßes. „Wir investieren viel, um den hohen Standard des Suvretta House zu halten“, so Peter Egli. „Wir möchten unsere langjährigen Stammgäste behalten, gleichzeitig aber auch neue Kunden gewinnen.“ Hierfür ist der agile Direktor in der ganzen Welt unterwegs, um das Suvretta House vorzustellen. Ganz besonders beeindruckend finde ich eine Kleiderkammer unter dem Dach. Hier lassen Stammgäste des Suvretta House ihre dicken Jacken und Mäntel zurück – wohlwissend, dass Frau Egli mit Argusaugen über die Kleidung wacht und sie diese bei ihrer nächsten Ankunft auf ihrem Zimmer finden. Was für ein Service!

Foto: Ein netter Plausch mit dem Ehepaar Egli

Fürstlich speisen im Grand Restaurant

Noch ein paar Worte zur Gastronomie des Suvretta House. In den Suvretta-Stuben kann man zwanglos und sehr gut speisen – meine Seezunge war hervorragend! Überrascht hat mich die exzellente Auswahl an Schweizer Weinen (rot und weiß), die mir bis dato völlig unbekannt waren. Sehr vornehm geht es im ehrwürdigen Grand Restaurant zu. Eine feine Karte, auf der ich erfreulicherweise auch einige interessante vegetarische Speisen entdecke, und natürlich diskreter, perfekter Service. Hier herrscht eine Atmosphäre, die mich ein bisschen an die 20er Jahre erinnert (nein, da habe auch ich noch nicht gelebt, aber ich kenne das ja aus Filmen – Sie etwa nicht?). Dunkler Anzug und Krawatte sind Pflicht für die Herren. So kommt mein guter alter schwarzer Gucci-Anzug mal wieder zum Einsatz. Manchmal macht es ja auch als Mann Spaß, sich in Schale zu werfen. Allerdings muss ich das auch nicht zu oft haben. Glücklicherweise ist das ansonsten im Suvretta House auch nicht vonnöten, nur würde ich nicht gerade in Shorts durch das Hotel laufen. Das mache ich aber auch in weniger eleganten Hotels nicht.

Foto: Hier wird das Abendessen zelebriert - das Grand Restaurant. - KHL

Gin-Probe und ganz großes Kino

Zum Abschluss gibt es ein "Gin Tasting" in der schicken Bar. Auch hier ist der Service einfach wieder nur perfekt. Ich kann mich an dem ständig wechselnden Bergpanorama nicht sattsehen. Es ist Anfang September – nicht mehr richtig Sommer und noch nicht richtig Herbst. Mal sind die Berge von Nebelschwaden bedeckt, dann wieder strahlt der Himmel azurblau – einfach nur schön. Aber zurück zum Gin. An alkoholischen Getränken nehme ich eigentlich nur Rotwein und hin und wieder einen Digestif zu mir. Mit Gin habe ich bis dato noch keine Bekanntschaft geschlossen. Das wird jetzt nachgeholt, im Suvretta House werden zig Sorten in zig Variationen kredenzt und das Zeug schmeckt richtig gut. Und eigentlich muss es auch sehr gesund sein, schließlich wird Gin u.a. aus Nelken und Koriander hergestellt. Und die töten ja bekanntlich alle fiesen Bakterien.

Foto: Vorfreude auf die Gin-Probe - KHL

St. Moritz - auch im Sommer ein Paradies

Es gäbe ja noch so viel zu berichten – natürlich auch zu den vielen sommerlichen Aktivitäten, die man hier unternehmen kann. Die hebe ich mir jedoch für das Frühjahr auf. Lassen Sie mich schon so viel verraten: Segelfliegen, alpine Wanderungen zum hoteleigenen Restaurant, die legendäre Dracula-Bar an der Natur-Bobbahn (auch im Sommer sehenswert) – und eine charmante Schweizerin, die einige Zicklein vor dem Schlachtermesser gerettet hat (dafür könnte ich sie knutschen). Aber jetzt wünsche ich dem Suvretta House erst einmal eine grandiose Wintersaison mit viel Schnee und netten Gästen. Auf ein Wiedersehen im Frühjahr 2018!

Weitere Infos zum Suvretta House gibt es hier.

Foto: Aussenansicht vom Suvretta House aus meiner Lieblingsperspektive - KHL

Foto: Blick aus der Bar - KHL

Foto: Dieser Aufzug hat mich besonders fasziniert - KHL

P.S. Alle nicht mit "KHL" betitelten Fotos wurden mir freundlicherweise von der Direktion des Suvretta House bzw. von der Rhätischen Bahn zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!


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