La Gomera – die wilde Schöne und ein ganz besonderes Hotel

04.11.2017

Wie kommt man nach La Gomera?

Vom Süden Teneriffas kann man die Silhouette La Gomeras schon erkennen. Vom ehemaligen Fischerort Los Cristianos erreicht man die Insel in nur 45 Minuten mit einer der komfortablen Fähren der Gesellschaft Fred Olsen. Dieses norwegische Unternehmen ist auch der Eigentümer des Jardin Tecina Hotels auf La Gomera, dazu aber später. Die Fähre legt in der Hauptstadt der Insel an, die eher ein Städtchen ist. San Sebastian ist typisch kanarisch mit einer netten Promenade, einigen urigen Kneipen und Restaurants und ein paar Bausünden. Viel Zeit muss man hier nicht unbedingt einplanen, auf La Gomera geht es eher um das Naturerlebnis. Ich habe keine Lust, über zwei Stunden auf die Anschlussfähre nach Playa Santiago zu warten. So handele ich mit einem Taxifahrer einen Festpreis in Höhe von 35 EUR für die gut halbstündige Fahrt zum Jardin Tecina Hotel aus. Eine gute Entscheidung, der kurze Transfer ist bereits eine kleine Inselrundfahrt und führt durch imposante Schluchten. Die Berge sind teilweise durch Nebelschwaden verhüllt, hier oben ist von der Sonne in San Sebastian nichts mehr zu sehen. Hier und da sichte ich Ziegen. Obwohl es so aussieht sind die Tiere nicht wild, das behauptet zumindest der Fahrer. Egal - die niedlichen Viecher liefern auf jeden Fall den leckeren Käse. Wo leben hier Menschen? Nur ab und an sichte ich ein einzelnes Haus. Die großen Touristenzentren im Süden Teneriffas sind hier weit ganz weit weg. Ich bin in einer völlig anderen Welt. - Ach ja, es ist Ende Oktober und immer noch angenehm warm (Vorsicht mit der Sonne!), mit kühlen Nächten. Die Kanaren haben ja das beste Klima der Welt!

Foto: Soeben auf La Gomera gelandet! - KHL

Das Jardin Tecina Hotel - ein Kleinod inmitten prächtiger Natur

Wir erreichen das hoch über dem Meer gelegene Örtchen Tecina. Das Jardin Tecina Hotel**** liegt auf einem massiven Felsen direkt über dem Atlantik. Von der Rezeption zu meinem Zimmer ist es ein ziemlich weiter Weg, der sich allerdings lohnt. Meine Unterkunft für die kommenden Tage befindet sich in einem Häuschen, der Blick von der Terrasse ist grandios. Palmen über Palmen und gleich dahinter der Ozean. Tief durchatmen! Das Zimmer ist hübsch möbliert, verfügt über einen Flachbildschirm und das kostenlose WLAN funktioniert einwandfrei (ist schon merkwürdig, wie wichtig das mittlerweile ist). Es zieht mich direkt in die weitläufige Anlage des Jardin Tecina Hotels. Was für ein prächtiger Garten! Buganvilla, Hibiskus, Flammenbäume und meine geliebten kanarischen Palmen in Hülle und Fülle, dazu der fast überall präsente Blick über den Atlantik. Glücksgefühle pur! Am Pool herrscht Hochbetrieb. Ich bekomme einen ersten Eindruck des typischen Gomera-Urlaubers: Wandervögel verschiedener Altersgruppen, die zumeist ihre dicken Wanderschuhe geschultert haben und in den unsäglichen Trekking-Sandalen durch die Gegend laufen. Egal – das ist hier ja schließlich keine Modenschau. Schnell einen Snack am Pool und weiter geht`s mit meiner Erkundung. Es geht treppauf-, treppab – wunderbares Training für Beine und Gesäß.

Foto: Schöner schlafen im Jardin Tecina Hotel - KHL

Foto: Schon mal ein so schöne Buganvilla gesehen? - KHL

Foto: Bananen - ehemals Hauptexportprodukt der Kanaren - KHL


Eine üppige Flora und ein Koffeinschub in der Beach-Bar

Ich kann gar nicht genug von all den Pflanzen bekommen. Bin ein regelrechter Palmenfetischist. Wie ich später erfahre, sind im Jardin Tecina Hotel sieben Gärtner beschäftigt. Die machen einen guten Job! Richtig cool ist ein in den massiven Felsen gebauter Aufzug mit Klimaanlage, der in einer Höhle endet. Hier befindet sich eine kleine La Gomera - Fotoausstellung mit Bildern aus Gegenwart und Vergangenheit. Super Idee! Nach Verlassen des Aufzugs geht es über einen schmalen Weg und voilà – das Meer in seiner ganzen Schönheit. Am Strand liegen dicke Kieselsteine, die z.T. zu Figuren aufgehäuft sind. Weiter geht`s zur Beach-Bar des Jardin Tecina Hotels. Zwei Restaurants, eine tolle Pool-Anlage mit Liegen und Balinesebetten sowie eine nette Bar, in der ich in den nächsten Tagen meinen 2. (oder 3.) morgendlichen Espresso und dazu einen frischen Obstsaft trinken werde. Auf meine Frage, was junge Leute hier auf der Insel unternehmen, erwidert Erika, die charmante Kellnerin in der Beach Bar: "Viel kannst Du abends nicht machen. Abends trifft man sich auf einen Drink in einer der kleinen Bars. Aber dafür haben wir die unglaubliche Natur!" Stimmt. "Otro cafecito y un zumo fresco, por favor"! (Ich bestelle noch einen "Café sólo" und dazu einen köstlichen frischen Obstsaft).


Foto: Ein paar Züge im Pool und dann einen coolen Drink an der Bar, oder? - KHL

Coole Auswanderer, eine wunderbare Kunstgalerie und ein Örtchen am Ende der Welt

Weitere Überraschungen erwarten mich. Da wäre zunächst eine ganz tolle Kunstgalerie in einem dunklen Steinhaus. Gwen stammt aus Frankreich und ist vor 11 Jahren mit ihrem israelischen Lebensgefährten auf die Insel gekommen. "Ein befreundetes Ehepaar hat uns überredet, nach La Gomera zu kommen. Keine Kriminalität, nette Menschen, kein Stress, schönes Wetter und Natur - das waren durchschlagende Argumente. 2006 haben wir uns dann dazu entschlossen, unser Leben grundlegend zu ändern. Wir kamen hier mit Koffern und unseren Kindern (damals 11 Monate und 6 Jahre) an, sprachen kein Wort Spanisch und hatten keine Ahnung. Wir haben dann diese kleine Ruine renoviert und ein Atelier für Künstler von der Insel geschaffen. Das Studio wurde 2011 zusammen mit einem Malerfreund eröffnet, der heute eine Galerie auf Teneriffa betreibt. Während der Sommersaison führen wir dort Workshops und Ausstellungen durch." Wow! Solche ungewöhnlichen Lebensgeschichten begeistern mich immer wieder.

Mit Mona aus Berlin arbeitet hier eine weitere Aussteigerin. „Ich habe hier schon vor 30 Jahren Urlaub gemacht und bin dann vor 15 Jahren endgültig hier hängen geblieben. Zu der Zeit wurde mir Berlin einfach zu wuselig“. Sieht so aus, als fühlte sich die Dame hier pudelwohl.

Foto: Große Schmuckauswahl in der Galerie GOMERA JEWELS - KHL

Von der Galerie sind es noch gut 10 Minuten zu Fuß zum Ortszentrum von Playa Santiago. Dunkler Strand mit vielen Kieseln, ein paar Kinder im Meer und eine nette Promenade mit ein paar Geschäften und Restaurants. Dazu noch eine Plaza, auf der die Einheimischen schwatzend Kaffee trinken und ein kleiner Supermarkt, das war es dann auch schon. Du fühlst Dich wie am (schönen) Ende der Welt – und über allem thront das Jardin Tecina Hotel mit seinen vielen Palmen. Gefällt mir! Am nächsten Tag mache ich ein paar Züge im erfrischenden Ozean. Habe nur Probleme, über die vielen Steine zu laufen. Elegant sieht das nun wirklich nicht aus, aber es sind ja kaum Menschen hier. Badeschuhe wären jetzt nicht schlecht.

Foto: Blick vom Jardin Tecina Hotel auf Playa Santiago - KHL

Gaumenfreuden im Jardin Tecina Hotel

Zurück zum Hotel. Das Abendbuffet im Hauptrestaurant ist gut, aber mir ist die Atmosphäre mit den vielen Menschen zu quirlig. Hierfür gibt es jedoch eine Lösung in Form von vier à-la-carte-Restaurants, in denen man gegen einen kleinen Aufpreis ein Degustations-Menü kosten kann (wichtig: rechtzeitig reservieren). Ich verbringe jeweils einen Abend in der „Tasca“ und einen weiteren im „Laurel“ am Strand. Beide Male sind Gastronomie und Service absolut top. Kreative Küche mit exzellenten Fischgerichten, aber auch als Vegetarier kommt man voll auf seine Kosten. Und die Weinauswahl ist fantastisch. Daumen hoch! Gleiches gilt für das wunderbare Frühstücksbuffet. Wieder viele Menschen mit ebenso vielen Trekking-Sandalen, aber dafür auch eine herrliche Terrasse für den ersten Kaffee. Wenn man früh genug geht, bekommt man dort auch einen Platz. Der frühe Vogel fängt halt den Wurm, auch was die besten Fotomotive von der über dem Meer aufgehenden Sonne betrifft.

Foto: "Lunch is ready" - im Restaurant GARA. - Jardin Tecina Hotel

Nachhaltigkeit und viel Menschliches

Das Restaurant „Gara“ ist während meines Besuchs leider noch geschlossen. Lidíce Felizola, die quirlige PR-Direktorin vom Jardin Tecina Hotel, erklärt mir, dass es hier nur typisch kanarische Gerichte geben wird. „Wir wollen unseren ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich halten und sind uns unserer Verantwortung für Nachhaltigkeit sehr bewusst“. Gefällt mir! Auf der hoteleigenen Öko-Finca wird Bio-Gemüse angebaut. Hier werden auch Bienen gezüchtet, und die essbaren Tiere führen ein artgerechtes Leben. „Unsere Gäste sollen wissen, wie die Tiere gehalten werden, die sie essen.“ Das freut den tierlieben (Fast-)Vegetarier, auch wenn Huhn, Lamm & Co. natürlich auf den Tellern der Touristen landen. Überhaupt geht es auf La Gomera sehr menschlich zu. „Jeder kennt hier jeden. Die Leute helfen sich gegenseitig. Wenn jemand Ziegen oder Hühner hält, versorgt er die Nachbarn mit Käse und Eiern. Ich unternehme regelmäßig etwas mit meinen Freundinnen. Entweder trinken wir Kaffee oder eine „Copa“ oder gehen wandern. Auf jeden Fall wird viel getratscht, ganz ohne Smartphone“, sagt Lidíce mit einem schelmischen Blick.

Foto: Blick auf Playa Santiago und die Eco-Finca im Vordergrund - KHL


"Adults only" und ein schickes Spa im Jardin Tecina Hotel

Ich werfe noch schnell einen Blick in die schicken Duplex-Appartments. Ab November gibt es hier einen separaten Bereich nur für Erwachsene, „Adults only“ auf Neudeutsch. Aber bei 434 Zimmern kann sich ja jeder etwas nach seinem oder ihrem Gusto aussuchen. Auch ein Spa wird in Kürze eröffnet. Das macht an diesem paradiesischen Ort unbedingt Sinn. Die Gäste werden u.a. Massagen unter freiem Himmel genießen können, klingt das nicht wunderbar?

Foto: Kuscheln auf den Balinesebetten im "Adults-only"-Bereich - KHL

Foto: Das brandneue Outdoor-Spa - noch ein Grund zum Wiederkommen! - Jardin Tecina Hotel

Eine Runde Golf und ein Höhlen-Restaurant

Ich lege noch schnell ein Workout im gut ausgestatteten Gym ein, obwohl die vielen Wege durch die Anlage und zum Strand schon ein super Training waren. Tennisspieler (und solche, die es werden wollen) kommen im Jardin Tecina Hotel übrigens auch auf ihre Kosten. Und vor meiner Abreise werfe ich noch einen Blick auf die Golf-Anlage gleich neben der Anlage, eine gute Idee auch als Nichtgolfer. Möchte nicht wissen, wieviele Bälle hier im Meer gleich nebenan versenkt werden. Vom Golfplatz hast Du den besten Blick auf den Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa, mit 3.718 m der höchste Berg in ganz Spanien. Ich entdecke einen kleinen Strand mit glasklarem Wasser, an dem kein Mensch liegt. Wenn ich Zeit hätte, würde ich schnell noch mal in den Atlantik springen. Aber ich muss los. Ich bestelle mir ein Taxi zur Fähre, die Fahrt dauert knapp 10 Minuten und kostet 6 EUR. Ich habe noch ein bisschen Zeit und frage den freundlichen Fahrer, wo ich am besten noch schnell etwas trinken kann. Er setzt mich am Restaurant La Cuevita ab. Das Lokal befindet sich in einem Felsmassiv und ist eine richtige Attraktion. Opulente Fischgerichte werden serviert und sehen sehr gut aus. Ich genieße meinen Espresso und entdecke noch eine der kleinsten Kapellen, die ich je gesehen habe, direkt neben dem „Cuevita“. Dann ist es Zeit für die Fähre nach San Sebastian. „Benchi Express“ nennt sich das hochmoderne Boot der Gesellschaft Fred Olsen. Es geht vorbei an bizarren Felsen und menschenleeren Gegenden, Wahnsinn. Ich habe gehört, dass es hier vor 100 Jahren noch Menschen gab, die nie das Meer gesehen haben. Und ja, La Gomera hat ja noch etwas ganz Besonderes – „Silbo“, die Pfeifsprache, die noch heute von ganz wenigen Einwohnern gesprochen – oder besser gesagt gepfiffen wird. So hat man sich früher in entlegenen Gegenden verständigt. „Silbo“ ist heute ein UNESCO-Weltkulturerbe. Was für eine wunderbare Tradition.

Foto: Hier könnte man glatt zum Golfspieler werden! - KHL

In der kurzen Zeit, die ich auf La Gomera verbracht habe, konnte ich natürlich viele Attraktionen nicht sehen. Fürs nächste Mal nehme ich mir eine Wanderung im Garajonay-Nationalpark vor, einen Abstecher zum imposanten „Mirador de Abrante“ (da steht man in einem Glaskasten über dem Abgrund) und natürlich den Hippie-Ort Valle Gran Rey. Mein Fazit: La Gomera ist „la isla mágica“, ein Paradies für Naturliebhaber und Urlauber, die nicht nur am Stand faulenzen wollen.Die Orte sind hier auch viel authentischer als die Touristenzonen auf den großen Kanareninseln. Also, nichts wie hin!

Weitere Infos zum Jardin Tecina Hotel gibt es hier.

Foto: Auch nicht schlecht - Sonnenuntergang über Playa Santiago. - KHL

Foto: Dieses Foto schaffte es sogar in den lokalen Wetterbericht von Canarias TV! - KHL

Foto: Bei diesem Anblick möchte man nur noch schwimmen gehen! - KHL

Foto: Pflanzenpracht im Garten des Jardin Tecina Hotels - KHL

Foto: Bananenstauden, ein paar Häuschen und Berge - La Gomera pur. - KHL


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