Hip und ziemlich schräg - das neue 25 Hours Hotel in Zürich

16.09.2017

Let`s spend the Night together – im 25 Hours Hotel

Foto: Das konnte ich mir einfach nicht verkneifen - KHL

„Hier findest Du alles – wenn Du willst auch Drogen und Prostituierte“ sagt der Taxifahrer (eine Art Späthippie mit undefinierbarem Akzent) auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel. Sehe ich etwa so aus, als würde ich gerade das brauchen? Bin gespannt. Eigentlich sieht die Straße ganz normal aus. Mit großer Freude sehe ich auch schon ein paar Coffeeshops und freue mich auf einen Koffeinschub nach einer längeren Zugfahrt. Nach kurzer Fahrt ist das Ziel erreicht. Vor dem 25 Hours Hotel, das erst vor wenigen Monaten eröffnet hat, chillen meist junge Leute in Liegestühlen unter Palmen – das gefällt mir schon mal. Der Hotelempfang sieht so gar nicht nach Lobby aus – viel Krimskrams an den Wänden und Decken und dann eine kleine Theke, hinter der mich eine junge Dame erwartet. „Morgen kannst Du bis um 14 Uhr frühstücken“, zwitschert sie – das finde ich Klasse, obwohl ich längst nicht mehr so lange im Bett liege. Das „Du“ schmeichelt mir – aber vermutlich wird hier alles geduzt, was nicht gerade mit Rollator eintrifft. Im Lauf der nächsten Tage werde ich noch feststellen, dass ich den Altersdurchschnitt der Gäste im 25 Hours ziemlich kaputt mache. So what! Jetzt fühle ich mich erst mal wie 29. Mein Zimmer ist so schrill wie der Eingang: quietschgrünblaue Vorhänge, ein Kissen mit der Aufschrift „Let`s spend the night together“ und allerlei Retro-Spielzeug und – Buntstifte!. Jetzt fühle ich mich wie 9! Mir fehlt ein Platz zum Arbeiten am Laptop, aber dafür gibt es den "Freiraum". Auf den komme ich noch zu sprechen.

Foto: Voilà - Zürich`s vermutlich schrägstes Hotel! - 25 Hours Hotels

Viel Freiraum im 25 Hours Hotel

Zeit für einen Kaffee. Das 25 Hours Hotel liegt direkt in einem Szene-Viertel mit coolen Läden und Restaurants. Ein paar Gehminuten vom Hotel entfernt befindet sich „Gustav“, ein nettes Café mit Confiserie. Die Auswahl an kreativem süßen Zeug ist umwerfend, dazu ist die Bedienung nett und serviert mir mein Obsttörtchen samt gutem Espresso auf der Terrasse. Ich bin angekommen – Zürich, I love you! An diesem sonnigen Samstag muss ich mir erst mal all die interessanten Läden auf der Lagerstraße ansehen, bevor ich das 25 Hours Hotel unter die Lupe nehme. Eine Bar befindet sich direkt neben der Rezeption, daneben ein „Kiosk“, wo man Nützliches und unnützes Zeugs kaufen kann. Alles schrill und irgendwie lässig. Ich werfe einen Blick in das ebenfalls sehr coole Restaurant, wo ich am folgenden Morgen bis 14 Uhr frühstücken kann – vielversprechend! Auf der 1. Etage des 25 Hours Hotels befindet sich der "Freiraum" – hier stehen MACBooks, an denen all die Hipster (und andere Gäste) arbeiten, chatten und sonst was können. Ich bin mir sicher, dass das schrille Design die Kreativität fördert. Cool finde ich den Raum mit alten Platten-Covern an den Wändern – Alexandra, Peter Alexander und andere Stars aus den 70ern – ob das junge Volk die kennt?

Foto: Könnte auch der Eingang zu einer Bar sein, oder? - KHL

Etwas Fitness und ein cooles Frühstück

Auf der 7. Etage des 25 Hours befindet sich ein kleines Gym mit Sauna. Eine leicht bekleidete Dame (huch...) grüßt mich freundlich, bevor ich ein paar Runden auf dem Laufband einlege. Es gibt keine Geräte – nur Swing-Hanteln. Mit denen kannst Du aber eigentlich alles machen, um Deinen Körper in Form zu halten (oder zu bekommen). Super ist die Dachterrasse gleich nebenan – mit Blick auf die Gleise. Schließlich ist der Hauptbahnhof nicht weit vom 25 Hours entfernt (zurück nehme ich auch kein Taxi, sondern gehe brav in gut 15 Minuten zu Fuß).

Foto: Dachterrasse mit Gleisblick - gibt es auch nicht überall! . KHL

Dann ist es soweit – das heiß ersehnte Frühstück im 25 Hours! Das Buffet ist gut bestückt und enthält so ausgefallene Sachen wie Hummus mit Roter Bete – schmeckt gar nicht mal schlecht. Ein sehr cooler Typ mit Hut bringt mir meinen doppelten Espresso – alle lächeln, und irgendwie wirkt hier alles so leicht. Gefällt mir!


Foto: Irgendwie haben die es hier mit Fahrrädern... - KHL

Zürich – die kleine Großstadt

Zur City und zum herrlichen Zürich-See (irgendwie zieht es einen ja immer ans Wasser…) kann man vom 25 Hours locker zu Fuß gehen. Vor Jahren hatte Zürich mal den Slogan „Little big city“ – und der bringt es auf den Punkt. Alles wirkt irgendwie beschaulich, zugleich hast Du eigentlich auch alle Annehmlichkeiten einer Großstadt – und dazu mit einem herrlichen Panorama. Gleich hinter dem See gibt es einen Vorgeschmack auf die imposanten Schweizer Berge. Ich schlendere die berühmte Bahnhofstraße mit ihren vielen schicken Läden hinunter und genehmige mir ein Eis in einem eleganten Café in Seenähe. Das kostet mich schlappe 17 Schweizer Fränkli – nun gut, Zürich war ja schon immer ein kleines bisschen teurer. An diesem wunderbaren Sonntag im Spätsommer könnte die Atmosphäre nicht schöner sein. So genieße ich einfach die wunderbare Leichtigkeit des Seins. Auf meinem Rückweg ins 25 Hours gönne ich mir noch einen Espresso bei „Gustav“ und erkunde dann das Viertel auf der anderen Seite des Hotels. Jetzt weiß ich auch endlich, wovon mein schräger Taxifahrer gesprochen hat. Hier stehen die Mädels (und ältere Semester) vor den Bars und warten auf Kundschaft. Einmal die Straße rauf und runter, dann ist das Thema für mich abgehakt. Schnell zurück ins 25 Hours, noch mal kurz ins Gym, duschen und ab zum Abendessen. In einem der coolen Restaurants in Hotelnähe esse ich einen Veggie-Burger und werde wieder geduzt. Inzwischen habe ich mich auch (wieder) an den charmanten Akzent gewöhnt und muss nur wenige Male nachfragen, was meine Gesprächspartner denn sagen wollen. Sie sind schon ein liebenswertes Völkchen, diese Schweizer.


Foto: Zürich ist ja soooooo schön! - KHL

25 Hours Hotel – Top oder Flop?

Das war`s dann also mit Zürich – immer wieder schön. Und das 25 Hours Hotel kann ich jedem empfehlen, der/die mal ein ganz neues Hotelkonzept testen möchte. Mir hat dieser Jungbrunnen auf jeden Fall gefallen – merci vielmals!

Das hat mir besonders gut gefallen:

Freundliches Personal, schräge Deko, nicht alltägliches Allerlei auf dem Frühstücksbuffet. Hinweise auf sparsamen Wasserverbrauch, Wasser von Viva con Aua. Lockere Atmosphäre.

Das fand ich weniger gut:

Eine Hotelmitarbeiterin füllte den Käse am Buffet mit bloßen Händen nach. Nächstens bitte Plastikhandschuhe anziehen!

Apropos Plastik – Marmelade in kleinen Plastikbehältern ist nun wirklich out. Leute, denkt an die Umwelt und stellt ein großes Glas auf das Buffet. Sind letztendlich nur Kleinigkeiten, die den Aufenthalt nicht zu sehr trüben

Insgesamt: Daumen hoch für das 25 Hours Hotel!


Foto: Wandmalerei in meinem Zimmer - KHL

Foto: Fahrrad unter der Decke - hier heissen die Dinger VELO! - KHL

Foto: Das nenne ich mal eine coole Bar. - KHL

Und hier noch einige Impressionen aus Zürich...

Infos zu dieser wunderbaren Stadt findet Ihr hier.

Foto: Grandiose Architektur auf der Bahnhofstrasse - KHL

Foto: "Little big City" - passt doch! - KHL

Foto: Diese junge Dame posierte für eine andere Kamera - KHL


Foto: Schwanensee - KHL


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