„Superagers“ – wie man auch in hohem Alter körperlich und geistig fit bleibt

27.08.2017


Wie wird man zum Superager?

Mehr und mehr sogenannte „Superager“ (dieser Ausdruck wurde von dem Neurologen Marsel Mesulam erfunden) bleiben gesund, sehen jünger aus als sie sind und benehmen sich nicht so, wie es die Gesellschaft von ihnen erwartet (ich habe ohnehin nie verstanden, warum man sich immer anpassen soll...).

Aber wie ticken diese Superager – und welche Aktivitäten erhöhen ihre Chancen, körperlich fit und geistig auf der Höhe zu bleiben? Die Antwort scheint simpel: immer hart an etwas (und an sich) arbeiten. Knifflige Aufgaben lösen – sei es geistig oder körperlich – ist offenbar die Lösung. Harte Arbeit ist zunächst immer unangenehm. Du musst Deine Komfortzone verlassen und etwas machen, bis es schon fast weh tut. Wir brauchen mentale oder physische Anstrengung, um unser Hirn vor dem Altern zu schützen.

Superager – einige Beispiele

Olga Kotelka war ein gutes Beispiel für einen fitten Superager. Im Alter von 77 begann sie mit der Leichtathletik und erzielte 30 Weltrekorde. Während der World Masters Games in Sydney im Jahr 2009 brach die kanadische Seniorin die Weltrekorde für ihre Altersgruppe (90 bis 95) im Hammerwurf (5,64 m) und über 100 m (23,95 Sekunden). Dabei war das gerade mal ihre vierte Teilnahme an diesem internationalen Wettbewerb. Vor den Winterspielen in Vancouver im Jahr 2010 trug Olga die Olympische Flamme. Ihre Muskelfasern wurden im Neurological Institute in Montreal untersucht. Im Alter von 91 Jahren wiesen ihre Muskelfasern nur einen ganz geringen Abbau auf – so wie es bei Menschen über 65 normalerweise nicht der Fall ist.

Tao Porchon-Lynch schaffte es als älteste Yoga-Lehrerin der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde. Im Alter von 98 gibt sie weiterhin fünfmal pro Woche Unterricht in New York.

Robert Marchand ist 105 und hat gerade einen neuen Altersrekord im Radfahren aufgestellt – er fuhr 22,57 km in einer Stunde. Er fing mit dem Radfahren erst an, als er in Rente ging und trainiert heute jeden Tag.

Professor Wildor Hollman, 92, ist Deutschland`s ältester Hochschuldozent in Köln. Er praktiziert als Arzt und hat 34 Preise für seine wissenschaftlichen Arbeiten bekommen. Hollmann geht zweimal die Woche ins Fitness-Studio und steigt täglich 200 Treppenstufen hinauf.

Eine coole Wissenschaftlerin

Aga Burzynska ist promovierte Psychologin (Humboldt-Universität Berlin), mit einem Master of Science in Neurowissenschaften und dem BSc in Biotechnologie. Sie hat in vier Ländern gelebt, spricht vier Sprachen und ist über den Atlantik gesegelt. In ihrer Freizeit fordert sie ihr Hirn durch Exkursionen in die Natur Colorado's – zu Fuß, auf Skiern, per Fahrrad oder an einem Seil hängend irgendwo im Poudre Canyon. „Ich möchte den Menschen helfen in Würde zu altern (geistig und körperlich) und ihre Unabhängigkeit und Lebenszufriedenheit so lange wie möglich zu erhalten. Ich hoffe, künftig das Gehirn von Bergsteigern zu untersuchen, als Ergänzung zu meinen derzeitigen Recherchen über professionelle Tänzer. Ich will einfach mehr über die Formbarkeit des Gehirns im späten Leben lernen. Ich interessiere mich für tragbare technische Geräte, Spielplätze für Senioren, Technik für ältere Menschen und Vieles mehr.“

Foto: Aga Burzynska - eine ganz aussergewöhnliche Frau

Hier finden Sie mehr über die wunderbare Arbeit von Aga und ihren Kollegen. Zielsetzung dieser Forschungen ist es, den Menschen ein längeres und gesunderes Leben zu ermöglichen.

Kevin Heuckeroth, Personal Trainer in der renommierten Villa Stéphanie im Brenner`s Parkhotel & Spa, einem der besten Häuser Deutschland`s und vermutlich der Nummer 1 für Gesundheits-Coaching, sagt: „Durch Sport werden beide Gehirnhälften aktiviert und immer wieder neu gefordert. Sport hält uns jung, weil unser Herz-Kreislauf-System und unsere Muskeln immer wieder trainiert werden. Bewegung ist die Ernährung für unsere Knochen und hält sie lange gesund und stabil. Für unser Alter gibt es keine bessere Vorsorge als Sport in gesundem Maße.“

Foto: Top-Trainer Kevin

Heute sah ich einen vielleicht 16 jährigen Teenager im Fitness-Studio – ziemlich übergewichtig. Er fuhr ganz langsam Rad und schaute dabei ohne Unterlass auf sein Smartphone. Zurück zur Umkleidekabine nahm er den Aufzug – für gerade mal eine Etage nach unten. Dieser Knabe wird vermutlich kein Superager, wenn er so weiter macht.

Machen Sie es besser. Lernen Sie eine neue Sprache oder ein Musikinstrument. Seien Sie körperlich aktiv. Vor ein paar Wochen habe ich meine Besuche im Fitness-Studio von drei auf vier Tage pro Woche erhöht. Ich versuche, Gewichte zu erhöhen und hier und da Übungen einzustreuen, die ich weniger mag. Immer wieder mal Komfortzonen verlassen, dabei fit bleiben und steinalt werden!

Zum Thema „Better Aging“ (das Wort „Anti-Aging“ mag ich nicht so sehr) finden Sie hier einen weiteren Blogbeitrag.

Foto: Optimal - eine neue Sprache lernen!


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